Arthur Schnitzler: Traumnovelle

 

Friedolin und Albertine führen eine glückliche Ehe. Sie haben eine kleine Tochter, die beide sehr lieben. Als ihre Tochter die abendliche Gute Nacht Geschichte zu Ende vorgelesen hat, widmen sich die Eheleute wieder ihrer angeregten Unterhaltung. Erst letzte Nacht hatten sie zum Abschluss der Faschings Feierlichkeiten einen privaten Maskenball besucht. Beide waren sehr aufgeregt über die ganzen maskierten Leute und hatten sich das ein oder andere Abenteuer erhofft, doch letztendlich saßen sie nur am Büffet und haben sich unterhalten, wobei es ihnen so vor kam, als seien sie frisch verliebt. In ihrer Unterhaltung lassen sie die letzte Nacht Revue passieren und Fridolin denkt wehmütig an die verpassten Chancen, die sich ihm auf diesem Ball geboten haben. Sie versuchen sich gegenseitig etwas eifersüchtig zu machen, indem sie immer wieder betonen wie charmant manche Tänzer waren. Zugleich wirft jeder dem anderen eine große Eifersucht vor, versucht dabei aber die eigene zu überspielen. Albertine ermahnt Fridolin, dass sie ehrlich zueinander sein sollten. So machten sich beide ein Geständnis: Albertine hatte im vergangenen Dänemark-Urlaub sehr starke Gefühle für einen fremden Mann und hat mit dem Gedanken gespielt, Mann und Kind zu verlassen. Fridolin hatte ebenfalls ein sehr hübsches Mädchen gesehen und wäre ihr fast verfallen. Angespannt und mit gegenseitigem Misstrauen gehen die Eheleute ins Bett.

Am nächsten Tag verläuft für den Arzt alles ganz normal. Plötzlich kommt abends ein Anruf und Fridolin muss einen Patienten besuchen. In der Innenstadt hatte der Herr einen Herzinfarkt erlitten und sollte seine übliche Medizin bekommen. Als Fridolin jedoch ankam, war er schon längst tot. Nur die Tochter sitzt stumm in einer Zimmerecke und trauert um den Vater. Marianne gesteht ihm nach einer Unterhaltung, dass sie ihn sehr liebt und wirft sich vor seine Füße. Doch Fridolin lässt sie beiseite und geht weiter. Aufgewühlt von den Ereignissen, beschließt er noch nicht nach Hause zu gehen. So spaziert er weiter und kommt an einer zwiespältigen Gasse vorbei. Dort trifft er die etwa 17 jährige Prostituierte Mizzi, die ihn mit zu ihrer Wohnung nimmt. Obwohl sie ihm Avancen macht, gibt er ihr nur etwas Geld und geht wieder. Er setzt sich später noch in ein etwas alt aussehendes Cafe. Nach einiger Zeit begegnet ihm ein Mann, den er nur zu gut kennt: Es ist Nachtigall, ein alter Studienfreund. Dieser arbeitet als Musiker und reist durch sämtliche Länder. Nachdem sich die Herren ausgiebig unterhalten hatten, erzählte Nachtigall von einem Maskenball der besonderen Art, denn die Tänzer dort, bzw. die Frauen seien immer nackt. Dies weckt Fridolins Interesse und so fragt er, ob Nachtigall ihn nicht mitnehmen könnte. Nach einigem Zögern, stimmt dieser zu und die Männer hecken einen Plan aus. Zu später Stunde fahren sie also zu einem Kostümverleih damit Fridolin seine Verkleidung aussuchen kann. Währenddessen lernt er die Tochter des Kostümverleihers kennen. Als er sich für die schwarze Mönchskutte entschieden hat verlässt er den Laden, lässt sich von Nachtigall die geheime Eingangsparole verraten und verfolgt mit einem Wagen den Wagen von Nachtigall.

Angekommen in einer großen Villa, schafft er es tatsächlich am Ball teilzunehmen. Zunächst sind alle als Nonnen und Mönche verkleidet, doch dann ziehen die Frauen sich aus und die Männer haben plötzlich schillernde Seidenkostüme. Gebannt vom Geschehen, wird Fridolin von einer Fremden angesprochen, die ihn warnt. Er solle sofort den Saal verlassen. Da Fridolin aber seine Grenzen austestet, verlässt er nicht den Raum und wird als Fremder entlarvt, da er nicht die Ballparole kennt. Nun wartet er auf seine Strafe, doch die unbekannte Schöne opfert sich für ihn und nimmt die Strafe für ihn auf. Zwei dunkle Gestalten bringen den verwirrten Arzt trotzdem nach draußen, setzen ihn in einen verdunkelten Wagen und lassen ihn irgendo an einem Feld raus.

Zuhause angekommen legt er sich zurück zu seiner Frau. Diese lacht plötzlich laut und schrill auf. Als Fridolin sie nach dem Grund fragt, erzählt sie von einem seltsamen Traum: Sie hätte geträumt dass er alle für sie tun würde und sie ihn ans Kreuz schlagen lassen würde, weil sie so schadenfroh ist, dass er ihr dermaßen treu ist und sie sich mit einem Liebhaber vergnügt. Dieser Traum setzt Fridolin sehr zu und macht ihn so wütend, dass er sich Rache wünscht. Und er weiß auch schon wie: Er wird seine Frau mit all den Mädchen betrügen, die er am Vortag getroffen hat - und dann wird er Albertine alles haargenau beichten.

Am nächsten Tag sucht er zuversichtlich den Kostümverleih auf um die Tochter des Inhabers zu besuchen. Er gibt das Kostüm wieder zurück und sieht aus dem Augenwinkel wie ein Mann das Zimmer der Tochter verlässt. Plötzlich verliert er das Interesse und beschließt, Marianne besuchen zu gehen. Als er sie besucht, hofft er dass sie ihm erneut ihre Liebe gesteht, doch das passiert nicht. Stattdessen ist sie sehr gefasst und so verlässt Fridolin das Haus wieder. Seine nächste Adresse ist die kleine Gasse in der er Mizzi getroffen hat. Doch auch sie ist dort nicht aufzufinden, da sie für mehrere Wochen aufgrund einer Krankheit im Krankenhaus liegt. Also beschließt er, nach der seiner unbekannten Retterin zu suchen. Doch als er die Villa erneut betreten will, bekommt er lediglich einen Brief zugesteckt, in dem er erneut gewarnt wird. Er beschließt, die Recherche an einem ruhigeren Ort fortzusetzen und so begibt er sich in ein Cafe. Dort liest er in einer  Zeitung dass eine gewisse Baronin vergiftet in ihrem Hotelzimmer aufgefunden worden war. Irgend ein Gefühl sagte ihm dass es die Unbekannte sein könnte. Sofort eilte er in das besagte Hotel, doch die Leute dort sagten ihm sie sei im Krankenhaus. Im Krankenhaus angekommen, teilt man ihm mit, dass sie verstorben sei. So macht er sich spät abends noch auf den Weg zur Leichenhalle und guckt sich die Leiche an - doch kann er sie nicht identifizieren.

Plötzlich ist all sein Drang nach Rebellion und Aufruhr verschwunden. Zurück bleibt nur die Nachdenklichkeit und ein schlechtes Gewissen. So kehrt er zu seiner Frau zurück und legt sich zu ihr.