In „Der Verdacht“, erschienen 1952, führt Friedrich Dürrenmatt die Geschichte um den Kommissär Hans Bärlach aus „Der Richter und sein Henker“ weiter.

Bärlach ist am Ende seiner Karriere und leidet außerdem an Krebs. Von einer Operation erholt er sich im Krankenhaus Salem. Sein Freund, der Arzt Samuel Hungertobel blättert gerade in dem Magazin Life, als er beim Anblick eines Fotos auf einmal bleich und leicht nervös wird. Auf dem Foto sieht man den deutschen Arzt Nehle, der im Konzentrationlager Stutthof bei Danzig grausame Operationen an Häftlingen durchgeführt hat, und zwar ohne sie unter Narkose zu setzen. 1945 brachte er sich um. Hungertobel erklärt schließlich Bärlach, dass zwischen Nehle und seinem einstigen Studienkollegen Emmenberger eine frappierende Ähnlichkeit zu erkennen sei. Doch Emmenberger war während des Kriegs in Chile.

Bärlach zeigt sich interessiert und hat schließlich den Verdacht, dass Nehle und Emmenberger entweder die Rollen getauscht haben oder ein und die selbe Person sind. Er prüft daraufhin Dokumente von Interpol und medizinische Artikel, die Emmenberger in Chile veröffentlicht hat. Bärlach besucht einen alten Bekannten. Der Jude Gulliver war einst selbst im KZ das Opfer von Nehle. Er berichtet von seinen Erlebnissen und sie durchzechen die Nacht.

Bärlach scheint danach am wahrscheinlichsten, dass Emmenberger die Verbrechen unter Nehles Namen begangen hat, nach dem Krieg in die Schweiz zurückkam und seitdem unbehelligt in der Privatklinik Sonnenstein in Zürich lebt. Der Journalist Fortschig veröffentlicht Bärlachs Verdacht und Bärlach selbst begibt sich unter falschem Namen in die Klinik Sonnenstein. Dort hofft er Emmenberger auf die Spur zu kommen, indem er ihn massiv psychisch unter Druck setzt bis er sich schließlich selbst verrät. Emmenberger erweist sich wirklich als der Täter, doch Bärlach ist von seiner eigenen Krankheit selbst so geschwächt, dass er nicht handeln kann und die Kontrolle verliert.

Emmenberger hat treue Mitarbeiter unter sich und verhält sich kalt und skrupellos. Er lässt Fortschig umbringen und will nun auch Bärlach durch eine grausame Operation zum Schweigen zu bringen. Im letzten Moment taucht Gulliver auf, tötet Emmenberger und rettet somit Bärlach. Dieser entkommt mit Gullivers Hilfe aus der Klinik und wird von Hungertobel zurück nach Bern gebracht.