Das Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche ist die Geschichte über ein Kind geschiedener Eltern das darüber sehr unglücklich ist. Im Laufe ihres Lebens hat sie darüber einige Psychosen und Perversitäten entwickelt, die den meisten Lesern als sehr eklig, abstrus und pervers vorkommen werden. Für Helen ist dies jedoch ganz normal und so wird auch in diesem Buch kein Blatt vor den Mund genommen und jedes Intime Detail aus dem Leben von Helen Memel erzählt. Somit ist dieses Buch nichts für zartbeseitete Gemüter und wahrscheinlich auch nichts für ältere Leute. Sondern eher für jüngere Leser, die sich eventuell noch eher mit der Hauptdarstellerin identifizieren können.

Aber wie die Kritiken zu diesem Buch vermuten lassen, polarisiert dieses Buch sehr stark. Manche finden es gut und wieder andere einfach nur eklig. Am besten ist es daher sich einfach eine eigene Meinung, zu bilden.

 

Seinen Ursprung nimmt diese Geschichte damit, dass Helen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Sie liegt in der proktologischen Abteilung des Krankenhauses Maria Hilf. Dort befindet sie sich wegen einer Missglückten Intimrasur der Anusregion bei der sie sich eine Analfissur zugezogen hat, gleichzeitig sollen auch noch ihre Hämorrhoiden entfernt werden. Helen ist traurig das ihre Eltern geschieden sind und ist nie darüber fertig geworden, das sie sich getrennt haben. Während ihres Krankenhausaufenthalts hegt sie die stille Hoffnung das sich ihre geschiedenen Eltern an ihrem Krankenhausbett wieder zusammen raufen und wieder zusammen kommen. Diese Hoffnung ist jedoch vergebens. Zu diesem Zweck versucht Helen sogar ihren Krankenhausaufenthalt zu verlängern, indem sie sich den Bettpfosten in die Analregion rammt um ihre frisch operierte Wunde wieder aufzureißen. So kann sie ihren Aufenthalt im Krankenhaus hinauszögern.

Neben den aktuellen Geschehnissen werden auch die vergangenen sexuellen Vorlieben und anderen Dingen von Helen detailliert erzählt. So berichtet sie auch von ihren sexuellen Erfahrungen, ihren Einstellungen zur Menstruation, Urin, Eiter, Sperma, Smegma und zur Selbstbefriedigung. Sie erläutert detailliert, wie sie zu allen möglichen Feuchtigkeiten aus ihrem und fremden Körpern steht.

So berichtet sie beispielsweise, wie sie eines Tages von einem fremden, schwarzen Mann auf dem Markt angesprochen wird, der sie fragt, ob er sie rasieren darf. Daraufhin geht sie mit zu seiner Wohnung und lässt sich von ihm rasieren. Sex machen will er allerdings nicht mit ihr, da sie noch zu jung ist. Somit befriedigt sie sich im Wohnzimmer des Fremden, mit dem Stil des Rasierers, selbst.

Außerdem berichtet sie auch aus ihrer Jugend, das sie immer mit ihrer Freundin zusammen ihre Tage hatte. Dann haben sich die beiden einen Spaß gemacht und sind in der Schule gemeinsam auf Toilette gegangen und haben ihre halb voll gesogennen Tampons getauscht. So waren sie dann Schwestern im Blute und fanden dies ganz toll.

Darüber hinaus hat Helen einen Faible dafür, auf öffentliche Toiletten zu gehen. Dort wo andere Frauen sich nicht auf die Toilettenbrille setzen um nicht dreckig zu werden, macht sich Helen einen besonderen Spaß daraus mit ihrer Muschi über den gesamten Toilettensitz und Brille zu wischen, damit sie alle Keime in sich aufnehmen kann.

Auch über ihre Selbstbefriedigungspraktiken berichtet sie ausführlich, das sie sich beispielsweise gerne die Duschbrause in die Muschi steckt und mit Wasser voll laufen lässt, da sie es als tolles Gefühl empfindet, wenn das Wasser wieder aus ihr heraus läuft.

Diese Liste der Absurditäten lässt sich endlos weiter fortsetzen, wie zum Beispiel auch das sie Avocadokerne mit in ihre Selbstbefriedigung einbaut.

Achtung! Das Ende der Geschichte (nicht weiterlesen, wer sich überraschen lassen will):

Am Ende des Buches wurde für mich jedoch ersichtlich, das Helen nicht einfach nur eklig ist, weil sie das gerne ist, sondern weil sie psychisch krank ist. Helen ist nie darüber hinweggekommen, dass sich ihre Eltern getrennt haben und außerdem, dass sie ihre Mutter bei einem Selbstmordversuch entdeckt hat. Ihre Mutter hat versucht sich gemeinsam mit Helens jüngerer Schwester umzubringen, indem sie die Herdtür offen gelassen hat und das Gas angestellt hat.

Schlussendlich haut Helen mit Robin einem Krankenpfleger ab, sie will nicht mehr zurück zu ihrer Familie. Ihrer Familie hinterlässt sie dabei aber noch eine persönliche Botschaft, indem sie mithilfe der Tapete eine offene Ofenklappe simuliert und auf das Bett ein Nachtzeug legt mit ihren Haaren. Somit gibt sie ihrer Mutter die Botschaft, das sie an allem Schuld ist und Helen wirklich krank.