Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

 

Dieser Roman handelt von einer außergewöhnlichen Liebesbeziehung zwischen der quirligen Emmi Rothner und dem geheimnisvollen Leo Leike. Der Roman ist in einer außergewöhnlichen Form geschrieben, denn man liest ausschließlich die E-mails die Emmi und Leo miteinander austauschen.

Emmi Rothner wollte eigentlich nur das Abo für die Zeitschrift "Like" beenden. Doch wie das Schicksal es so will, vertippt sie sich beim Wort "Like" und es kommt "Leike" dabei heraus. So landet diese E-mail versehentlich bei Leo Leike. Dieser macht Emmi freundlich darauf aufmerksam, dass sie wohl den falschen Adressaten erwischt hat. Monate später schickt Emmi eine weihnachtliche Rundmail an die Leute ihrer Kundenkartei. Leo Leike war versehentlich in selbige gerutsch und bekam deshalb auch eine. Etwas aggressiv fordert er sie auf, den Spam zu unterlassen. Aus den anfänglichen Komplikationen entsteht nach und nach ein reger Austausch von elektronischer Post.

Emmi ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder die allerdings nicht ihre eigenen sind. Leo hat gerade eine sehr schmerzhafte Trennung mit seiner Verlobten hinter sich und ist dementsprechend angeschlagen.

Durch die lockere Art der beiden, werden die anfangs seltenen E-mails zur täglichen Routine. Dennoch bleibt es spannend, denn für beide ist es sehr aufregend mit jemandem zu schreiben, der völlig unbekannt ist. Zu Beginn ihrer Unterhaltungen ist das Verhältnis noch sehr freundschaftlich. Und obwohl sich Emmi und Leo einig sind, dass sie sich niemals treffen wollen, steigt ihr Interesse, den anderen zu sehen. Aus reiner Freundschaft wird nach und nach immer mehr, es entsteht eine große Vertrautheit und ein Gefühl der Verbundenheit zwischen den beiden. Als Leo einen Versöhnungsversuch mit seiner Ex-Verlobten startet, reagiert Emmi sogar etwas eifersüchtig und ist verletzt. Sie kann sich ihre Gefühle kaum erklären. Als Leos Versuche wieder einmal scheitern, sucht und findet er erneut Trost bei seiner Mail-Bekanntschaft. Die Sehnsucht der beiden steigert sich immer mehr und so malen sie sich die unterschiedlichsten Szenarien einer Begegnung aus - immer mit der Sorge im Hinterkopf, dass ein reales Treffen ihre bisherige Beziehung zerstören könnte. Die beiden gehen so weit, dass sie sich gegenseitig Bänder aufnehmen, auf denen ihre Stimmen zu hören sind. Emmis Ehemann erfährt zufällig von der innigen Beziehung der beiden und schreibt Leo - in voller Verzweiflung. Denn er will nicht seine Ehe aufs Spiel setzen. Leo braucht nach diesem Geschehen eine Pause und zieht sich vorerst zurück. Schließlich stellt er Emmi vor die Wahl: Entweder treffen sie sich bald, oder die Chance ergibt sich nie wieder. Denn Leo will nach Boston auswandern. Nach langem Zögern und überlegen nimmt Emmi dieses Angebot nicht an. Und so muss sie damit leben dass sie vermutlich die Liebe ihres Lebens verloren hat und mit dem Gewissen: "Was wäre, wenn...?"