Insel der blauen Delfine

Das Buch erschien in der 42. Auflage im Jahr 2010 bei der Deutschen Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG in München. Die erste Ausgabe ist bereits aus dem Jahr 1977. Das Buch hat 192 Seiten und die ISBN lautet 978-3-423-0725-1. Der Autor Scott O’Dell wurde im Jahr 1902 in Los Angeles geboren. Für das Buch „Insel der blauen Delfine“ wurde er 1962 mit dem deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. Und auch die Newbery Medal erhielt er für dieses Werk. 1972 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1989 verstarb Scott O’Dell. Es gibt noch eine Fortsetzungsgeschichte zu „Insel der blauen Delfine“ die ebenfalls bei dtv erschienen ist und den Titel „Das verlassene Boot am Strand“ trägt.

 

Karana ist ein junges Indianermädchen vom Stamm der Ghalas-at, die auf einer Insel vor der kalifornischen Küste lebt, die aussieht wie ein auftauchender Delfin. Deswegen wird die Insel auch „Insel der blauen Delfine“ genannt. Karanas Vater ist der Häuptling des Stammes, die Mutter lebt schon lange nicht mehr. Außerdem hat sie auch noch eine ältere Schwester namens Ulape und einen kleinen Bruder der Ramo heißt. Eines Tages kommt ein russisches Schiff mit roten Segeln und Seeleuten, welche sich Aleuten nennen auf die Insel. Sie wollen Seeotter fangen. Die Indianer hatten schon einmal schlechte Erfahrungen mit Aleuten gemacht. Allerdings unter einem anderen Kapitän. Damals verschwanden die Aleuten ohne den Indianern ihren Anteil an der Jagdbeute zu bezahlen. Der Kapitän dieses Schiffs handelt mit Karanas Vater aus, dass sie Seeotterfangen dürfen. Die Indianer brauchen ihnen dabei nicht zu helfen, bekommen aber 50 % vom Gewinn in Form von Waren. Der Häuptling stimmt zu und die Aleuten errichten ihr Lager in der Nähe des Indianerdorfes. Während die Aleuten auf Seeotterjagd gehen, bauen die Indianer Kanus um sie, wenn sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verschwinden wollen, verfolgen zu können. Tatsächlich räumen die Aleuten ihr Lager eines Abends auf und am nächsten Morgen in aller Frühe fangen sie an die Seeotterfelle mit kleinen Beibooten auf das Schiff zu bringen. Als Gegenleistung bringen sie nur eine Holzkiste mit billigen Glasperlen an Land. Der Häuptling will die rechtmäßige Gewinnbeteiligung, doch der Kapitän will nicht mehr bezahlen. Dann kommt es zum Kampf und einige der Aleuten werden getötet, aber viel mehr Indianer sterben. Darunter auch Karanas Vater, der Häuptling. Die Aleuten können sich auf das Schiff retten und fliehen.

Von 45 Männern, sind nun nur noch 15 am Leben. Vor allem ältere Männer und die Frauen und Kinder. Deswegen wird die Arbeit neu verteilt. Doch irgendwie ist es ein mühsames Leben. Der neue Häuptling, ein alter Mann namens Kimki, beschließt mit einem Kanu eine neue Insel für den Stamm zu suchen. Er fährt los und wochenlang hört man nichts mehr von ihm. Doch eines Tages kommt ein Schiff mit weißen Segeln und will sie fortbringen. Die Indianer raffen alles in Windeseile zusammen, da ein Sturm aufzieht und es schnell gehen muss. Jeder kann nur zwei Körbe mit persönlichen Gegenständen mitnehmen. Auf dem Weg zu den Beibooten jammert Karanas jüngerer Bruder Ramo, dass er seinen Fischspeer im Dorf vergessen hat. Doch Karana sagt ihm, dass er jetzt keine Zeit mehr hat ihn zu holen. Dann geht es schon in den Beiboote und jemand sagt, dass Ramo in einem anderen Boot sei. Doch an Bord des Schiffes kann Karana ihn nirgends entdecken. Der Sturm wird immer stärker und die Seeleute setzen die Segel. Dann sieht Karana Ramo am Strand der Insel stehen. Er hat seinen Fischspeer aus dem Dorf geholt. Da das Schiff nicht mehr umkehren kann, springt Karana über Bord und schwimmt an Land zurück. Sie hofft, dass das Schiff später zurückkommen wird um sie und ihren Bruder zu holen.

Karana und Ramo machen es sich im Indianerdorf gemütlich und kommen mit den vorhandenen Nahrungsmitteln auch gut zurecht. Eines Morgens will Ramo nach einem Kanu im Geheimversteck schauen und es um die Insel rudern, damit sie Fische fangen können. Als er bis zum Nachmittag nicht zurück ist, macht sich Karana auf den Weg zum Geheimversteck. Im Wald findet sie Ramo von einem Rudel wilder Hunde umgeben. Sie haben ihn tot gebissen. Sie bringt den Leichnam ihres Bruders ins Dorf zurück und bestattet ihn am folgenden Tag. Dann ist ihr das Dorf zuwider und sie beschließt das mitzunehmen was sie zum Leben braucht und brennt anschließend das Dorf ab. Auf einem hohen Felsen findet sie einen Unterschlupf. Dort ist sie auch vor den wilden Hunden sicher. Sie beschließt alle Hunde umzubringen und fertigt sich auch Bogen und Pfeile und einen Speer an. Obwohl das eigentlich für Indianerfrauen verboten ist. Doch sie ist allein und muss irgendwie sehen wie sie überleben kann. Sie räuchert die Hunde in deren Höhle aus und dabei trottet der Anführer, ein großer Hund der von den Aleuten zurück gelassen wurde, heraus und wird von ihrem Speer verletzt. Doch er ist nicht tot. Karana hat Mitleid mit ihm und nimmt ihn mit zu ihrem neu gebauten Haus, das sie an einer Wasserquelle errichtet hat. Dort pflegt sie ihn und schließt Freundschaft mit ihm. Sie nennt ihn Rontu und ab da sorgen die Beiden füreinander und gehen gemeinsam auf die Jagd. Von den anderen übrig gebliebenen Hunden belästigt sie auch keiner mehr. So vergeht Sommer um Sommer und kein Schiff kommt um Karana zu holen. Dafür kommen die Aleuten zurück und Karana versteckt sich vor ihnen in einer Höhle. Doch ein kleines Mädchen das mit den Aleuten gekommen ist, findet sie und sie schließen Freundschaft. Seit Jahren ist es das erste Mal, dass sich Karana mit einem menschlichen Wesen verständigen kann. Nach der Jagdsaison fahren die Aleuten und auch das Mädchen wieder ab. Ab da ist Karana allein und muss wieder sehen wie sie sich auf den Winter vorbereitet. Dann stirbt Rontu an Altersschwäche. Doch anscheinend hat er einen Sohn der bei den wilden Hunden lebt. Karana fängt ihn und kann ihn zähmen. Eines Tages kommt dann ein großes Schiff. Es ist nicht das Schiff, dass die Indianer damals geholt. Dieses Schiff war nachdem die Indianer an Land gegangen waren, gesunken. Dieses neue Schiff sucht nach Karana und bringt sie an die kalifornische Küste.

Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Es gab tatsächlich ein Indianermädchen das bei der Umsiedelung eines Stammes von einer Insel vergessen wurde und in den 1835 bis 1853 allein auf einer kleinen Insel gelebt hat bevor es von einem Schiff gerettet wurde. Das Buch ist nicht zu brutal geschrieben. Es kommen auch keine schwierigen Wörter vor und die Kapitel sind nicht lang.