„Die Schachnovelle“ von Stefan Zweig ist das bekannteste und auch das letzte Werk des Autors. Das Buch erschien 1942 und entstand im brasilianischen Exil Zweigs.

Die Rahmenhandlung spielt an Bord eines Passagierschiffs von New York nach Buenos Aires. Der Ich-Erzähler, ein österreichischer Emigrant, erfährt, dass auch der amtierende Schachweltmeister Mirko Czentovic an Bord ist und versucht diesen zu treffen, denn seine Lebensgeschichte fasziniert alle.

Czentovic wuchs in einfachen Verhältnissen auf dem Land auf. Ein Pfarrer versuchte ihm so gut wie möglich die schulischen Grundkenntnisse zu vermitteln, doch das war nichts für Czentovic. Er blieb ein ungebildeter Bauernjunge. Eines Tages gewinnt er jedoch aus Zufall eine Partie Schach gegen einen Freund des Pfarrers und man erkennt seine Begabung. Mit 20 ist er Weltmeister, tritt aber auch Geldgründen immer wieder gegen Laien an. Dass solch ein ungebildeter junger Mann alle an die Wand spielt, verärgert natürlich die meisten anderen Schachprofis.

Ein wohlhabender Ölmagnat beschließt an Bord des Schiffes, dass er gegen den Schachweltmeister antreten will. Gegen Bezahlung lässt dieser sich darauf ein, aber nur unter der Bedingung, dass er gegen alle Anwesenden gleichzeitig spiele. Die erste Partie verlieren die Anwesenden und der Ölmagnat haushoch. Bei der Revanche taucht auf einmal ein Fremder auf, der das Spiel herumreißt und es Remis enden lässt.

Aus Neugier lässt sich der Ich-Erzähler dessen Geschichte erzählen: Dr. B., wie der Fremde im Buch genannt wird, war in den 1930er Jahren in Österreich vor dem Anschluss ans Deutsche Reich, der Verwalter des Vermögens von Klerus und Adel. Als die Nazis 1938 jedoch kommen, interessieren sie sich für Dr. B., seine Reichtümer und die der anderen. Um an Namen und ähnliches zu kommen, sperren sie Dr. B. für Monate alleine in ein Hotelzimmer ein, ohne jegliche Form der Ablenkung. Durch die Isolation und die Langeweile, die nur durch Verhöre unterbrochen werden, baut er langsam geistig ab. Nach einem Verhör gelingt es ihm heimlich ein Buch zu klauen. Doch leider muss er feststellen, dass es sich dabei um große Schachpartien dreht.

Er beginnt die Spiele nachzuspielen, sie auswendig zu lernen und schließlich gegen sich selbst anzutreten. Dadurch entwickelt sich langsam eine Persönlichkeitsspaltung in „Ich Schwarz“ und „Ich Weiß“. Er fühlt sich vom Schach vergiftet, attackiert nicht mehr Herr seiner Sinne einen Wächter und schlägt ein Fenster ein, wobei er sich schwer verlässt. Der Arzt im Krankenhaus ist ihm wohlgesonnen, erklärt ihn mit Absicht für nicht mehr zurechnungsfähig, weshalb er nicht mehr in die Einzelhaft zurückkommt.

Auf dem Schiff wiederum erklärt der Ich-Erzähler Dr. B., dass es sich bei seinem Gegner um den Schachweltmeister handelt. Daraufhin beschließt B. gegen ihn anzutreten, obwohl er eigentlich nie wieder Schach spielen wollte. Die einzige Bedingung für ihn ist nun, nur ein einziges Spiel zu spielen. Dieses gewinnt er natürlich haushoch, nur macht ihn das langsame Spiel seines Gegners nervös. Als dieser eine Revanche fordert, zögert Dr. B. keine Sekunde. Doch nach und nach ist er nicht mehr bei sich, da u.a. der Weltmeister nun mit Absicht langsam spielt. Er zeigt Verhaltensmuster aus seiner Gefangenschaft und vermischt die reale Partie mit Partien in seinem Kopf. Schließlich macht er einen ungültigen Zug und muss erkennen, dass das Spiel in seinem Kopf nicht mir der Realität übereinstimmt. Der Ich-Erzähler weckt ihn und erinnert ihn an seine Lage. Dr. B. entschuldigt sich bei den Anwesenden und erklärt, dass er nie wieder spielen werde.