Im Buch „Schuhhaus Pallas“ ist Amelie Fried auf den Spuren ihrer Familie. Alles fing damit an, dass ihr Ehemann Peter Probst am New York – Marathon teilnahm. Weil er schon in New York war wollte er auch einen Abstecher ins Leo Baeck Institut unternehmen. Dieses Institut erforscht die Geschichte der deutschen Juden. Als er das Gedenkbuch für München durchlas, entdeckte er auch zwei ihn bekannte Namen, Max und Lilli Fried. Das ist der Nachname seiner Frau, doch sie hat nie von ihren jüdischen Wurzeln erzählt. Konnte sie auch nicht, denn sie wusste selbst nichts davon. Seine weiteren Nachforschungen ergaben dass es sich bei Max Fried um einen Großonkel von Amelie gehalten hat. Das Ehepaar kam in Ausschwitz ums Leben.

Als ihr Ehemann ihr davon erzählte, war Amelie Fried nicht nur erstaunt, sondern auch entsetzt, dass ihr verschwiegen wurde, dass ihr Großvater Jude war. Wie sehr ihre Familie unter den Nazi-Regime gelitten hatte, war ihr nicht bewusst. Denn in ihrer Familie war der Krieg einfach kein Thema, er wurde einfach totgeschwiegen. Jetzt ist ihr bewusst, warum das so war, denn ihr Vater und ihr Großvater wollten diese Zeit einfach vergessen.

 Doch nur war ihre Neugier geweckt und auch das Gefühl, diesen Lebensabschnitt ihrer Familie erkunden zu müssen. Denn sie wollte nicht, dass ihre Kinder später so erstaunt wären, wie sie es war. Die Vergangenheit musste aufgearbeitet werden! Sie machte sich daran zu recherchieren, ihre Mutter und ihre Tante gaben ihr  so manch eine Hilfestellung und so entstand dieses Buch.

In der Vorkriegszeit und auch noch zur Anfangszeit des Krieges besaß ihr Großvater das gutgehende Schuhhaus Pallas in Ulm. Auch als die Nazis anfingen jüdische Läden zu schließen, war er sich sicher, dass sein Laden ungeschoren davon kommt. Denn er ist bei der Hochzeit mit seiner Frau zum Christentum konvertiert. Außerdem lebte er wohl in Ulm, war aber noch immer österreichischer Staatsbürger. Er war sich also ziemlich sicher und war dann umso erstaunter, dass die Nazis ihm trotzdem das Leben schwer machten. Für die Nazis war er nun mal Jude, da half auch nichts, dass er nun dem Christentum angehörte, denn „einmal Jude – immer Jude".

 Die Hetzjagd gegen den Laden begann eigentlich schon im Jahre 1933, in dieser Zeit durften sie schon keine Zeitungsanzeigen mehr schalten. Es wurde immer schlimmer und sie entschlossen sich das Schuhhaus an seine Frau zu überschreiben, denn diese war Arierin. Doch auch das brachte nichts, die Hetzjagd ging weiter und auch die Einschränkungen blieben bestehen.

 Der Großvater war schon sehr mutig und gab den Nazis immer wieder Contra. Das hatte zur Folge, dass er in Haft kam. Während dieser Haft klopften sie das Ehepaar so weich, dass sie sich scheiden ließen. So konnte das Schuhhaus bestehen bleiben.

Für den Großvater hatte es aber trotzdem schwere Folgen, denn er wurde wohl aus der Haft entlassen, hatte aber die Auflage nicht mehr nach Ulm zu gehen. Nein, er durfte Ulm überhaupt nicht mehr betreten. Daraufhin lebte er in München, versteckte sich hier und da, aber es gelang ihm leider nicht das Land zu verlassen, was er eigentlich vor hatte. Trotzdem überlebte er auf wundersame Weise den Holocaust.

 Auch Amelie Vater Kurt wurde verfolgt und das gleich aus zwei Gründen. Denn erst einmal war er Mischling ersten Grades und zweitens gehörte er der intellektuellen Szene Ulms an. Diese Szene arbeitete aktiv gegen die Nazis. Als Journalist bekam er ziemlich schnell Arbeitsverbot und musste sich so über Wasser halten. Aus Liebe zu seinem Beruf trat er in die Nationale Arbeitsfront ein, doch auch das brachte ihn kein Stück weiter, das Arbeitsverbot blieb bestehen. Aber er durfte für sein Vaterland kämpfen. Aber irgendwann entschied Adolf Hitler, dass “ Mischlinge“  kein Recht für den Kampf hätten. Er wollte auf alle Fälle nicht von „Mischlingen“  verteidigt werden.

Daraufhin kam ihr Vater ziemlich schnell in Buchenwald im KZ. Er hatte mit seinem Leben eigentlich schon abgeschlossen, doch auch er überlebte erstaunlicherweise.

 Als Amelie Fried das alles herausbekam, war sie erschüttert und mit dem Sohn von Max und Lilly Fried, der nach Bolivien ausgewandert ist.  Ihnen zu Ehren errichtete die Autorin zwei symbolische Stolpersteine vor dem Haus, in dem sie gelebt hatten.