In diesem Buch geht es um Frauen, die Sex für Geld anbieten, allerdings nicht professionell sondern im "Nebenerwerb". Zu diesem Zweck hat der Autor, Felix Ihlefeldt, über das Internet Kontakt zu einigen Frauen aufgenommen und sie gebeten ihre Erfahrungen zu schildern. Und diese Erfahrungen hat er in seinem Buch Abenteuer Hure zusammengefasst: Nach einem kurzen Vorwort des Autors wie die Interviews mit den Frauen entstanden sind, kommen bereits die Damen selbst zu Wort. Jede der Frauen hat für ihre Schilderungen zwischen 6 und 16 Seiten zur Verfügung, und der jeweilige Bericht beginnt mit einer Überschrift, darunter der Name, Alter und Beruf der Frauen. Der Autor hat allerdings in seiner Einleitung mitgeteilt, dass Name, Biografie und Orte der Frauen verändert wurden, damit die realen Personen hinter den Geschichten nicht diskreditiert werden können. Hier die Inhaltsangabe: -- Einleitung -- Hürden -- "Das ist einfach wie Urlaub für mich." Elisabeth (35), Verwaltungsangestellte -- "Männer sind in meinen Augen einfach wunderbare Geschöpfe." Johanna (32), Geschäftsführungsassistentin -- "Samariterin sein und Lust erleben." Samantha (32), Universitätsangestellte -- "Ich mag die Doppelmoral nicht." Simone (38), Verkäuferin -- "Ich liebe die Unterschiedlichkeit der Männer." Lena (36), Sanitäterin -- "Mir kann keiner mehr weh tun." Constanze (38), Selbständige -- "Ich hab das aufgegeben, es bringt mir nichts mehr." Ina (35), Callcenteragentin -- "Ich genieße den Sex, aber ich genieße auch das Geld." Chantal (38), Model und Dekorateurin -- "Mein Leben ist nun mal Sex, was soll ich machen?" Jaqueline (29), Installateurin -- "Wie kommt man schnell an viel Geld?" Petra (33), Informatikstudentin -- "Ich möchte diese Zeit nicht missen." Dorothee (42), Masseurin und Künstlerin -- "Ich möchte mich im Ganzen verkaufen, mit meiner ganzen Art." Beate (36), Produktmanagerin -- "Wenn ich so eine gewisse Spannung spüre, dann gehe ich dem nach." Jessika (40), Pädagogin -- "Auch wenn ich mich unterwerfe, ist es mein eigener Wille." Susi (38), Abteilungsleiterin -- "Ich war einfach auf nicht behinderte Männer neugierig." Maria (21), körperbehindert und arbeitslos -- "Warum sollten wir mit unserem Vergnügen nicht auch Geld verdienen?" Anna (32), arbeitslose Bürokauffrau -- "Für mich ist das jetzt ein Job wie jeder andere auch." Ursula (32), ehemalige Backwarenverkäuferin -- "Ich bezeichne mich lieber als Kurtisane." Frieda (38), freiberufliche Masseurin -- "Wenn ich mich schon im Beruf prostituieren muss..." Annamaria (36), Industriekauffrau -- Jenseits der Moral? Partnerschaft, Sex und Prostitution. Eine Nachbemerkung von Felix Ihlefeldt
Um einen kleinen Einblick in die Lebensweise der Frauen zu erhalten, habe ich eine Passage aus dem Buch herausgepickt, und zwar die Erlebnisse von Petra (33), Informatikstudentin, und versuche die 7 Seiten kurz und prägnant zusammenzufassen: Sie macht gerade eine Umschulung zur Informatikkauffrau und lebt allein in einem kleinen Haus in Schwaben. Die letzten 15 Jahre hat sie in der Gastronomie gearbeitet, aber bei der Überlegung wie sie schnell viel Geld neben der Ausbildung verdienen könnte, kam sie auf die Idee ihren Körper feilzubieten, und schwupps war eine Anzeige im Internet aufgegeben. Bei der darauffolgenden Kontaktaufnahme mit den Männern per E-Mail und Telefon sortiert sie beinhart aus mit wem sie sich treffen möchte oder nicht, und da kommt ihr ihre Menschenkenntnis aus den vielen Jahren in der Gastronomie zugute. Es haben sich sogar Freundschaften entwickelt. Also Männer, die ihr sogar beim Lernen für ihre Ausbildung helfen oder sie einfach mal so zu einem Kaffee einladen ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen. Bisher hat sie noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, aber auch sexuell großartig keinen Spaß dabei. Da macht sie es sich lieber selbst oder bevorzugt S/M-Praktiken. Ein klein wenig beschwert sie sich darüber, dass Männer nicht wissen was Frauen erregt. Oder dass ein Mann bei einer Verabredung bei ihm zu Hause ihr im Jogginganzug die Tür öffnete :) Ihrer Meinung nach ist es bei den Männern "untenrum" gesteuert, wenn sie fremdgehen während sie glaubt, dass die Frauen sich dabei schon was denken. Zum Schluss erzählt sie noch in ca. 8 Sätzen, dass sie mit einer Frau etwas hatte, und sie es sich mit einer Frau in Zukunft öfter vorstellen könnte.
Man merkt, dass hier ein (männlicher) Autor am Werk war, denn der Schreibstil und der Wortlaut aller Geschichten ähneln sich doch sehr. Zwar erfährt man die eine oder andere Einzelheit wie die Frauen zu diesem Job gekommen sind und welche Erfahrungen sie bisher mit den Männern gemacht haben. Ungewöhnlich fand ich aber, dass alle Frauen meinen sie haben wenige oder gar keine schlechten Erfahrungen gemacht. Damit wird der Nebenjob als Hure durchweg verharmlost, und leider zuwenig auf die Gefahren aufmerksam gemacht.
Übrigens - Du kannst Liviato unterstützen,
indem du deine Bücher bei Amazon über Liviato kaufst.