Corpus Delicti: Ein Prozess Zusammenfassung

Irgendwannim 21. Jahrhundert ist die Welt sauber und geregelt. Gesundheit steht über allem, die Menschen geben regelmäßig Berichte über ihren Schlaf, ihre Ernährung, ihre sportlichen Betätigungen ab. Krankheiten sind ausgerottet, sogar Erkältungen gibt es nicht mehr.

Das System - "Methode" genannt - funktioniert, die Menschlichkeit jedoch tritt an hintere Stelle: dieß muß die junge Biologin Mia Holl schmerzlich erfahren, als ihr Bruder Moritz als vermeintlicher Täter einer Vergewaltigung mit Mord verhaftet und trotz deiner Beteuerung der Unschuld schuldig gesprochen wird. Nachdem sich Moritz in seiner Zelle selbst umgebracht hat, stellt sich Mia gegen das System und fällt auf, weil sie die regelmäßige Abgabe ihrer Gesundheitsberichte vernachlässigt.Der Journalist Kramer, der als überzeugter Positivist und Befürworter der "Methode" mit seinen Artikeln zum Selbstmord von Moritz beigetragen hatte, besucht Mia. Obwohl sie ihn haßt, läßt sie ihn ein und er macht ihr den Vorschlag, sie für die Zeitschrift "Der gesunde Menschenverstand" zu porträtieren. Er verspricht sich davon Publicity, da das Thema "Wie kann ein geistig gesunder Mann trotz unfehlbarer Beweise auf seine Unschuld beharren" in der Öffentlichkeit noch lange nicht vom Tisch ist und er aufzeigen will, daß auch hinter einem perfekten System wie der "Methode" Tragödien und Widersprüche stecken können, Bürger Zweifel haben dürfen, es aber unabdingbar notwendig ist, letztendlich "zur Vernunft" zu kommen.

Mia wird vor Gericht gerufen und verwarnt, die Richerin Sophie hat Einsicht und glaubt Mia, wenn diese sagt, sie würde ihr Leben wieder in den Grif bekommen - Hilfe, die ihr angeboten wird um auch ihre geistige Gesundheit wiederherzustellen (die körperliche wurde zwangsgetestet und für gut befunden) lehnt Mia ab. Doch sie, die niemals Schmerz oder Leid erfahren mußte, kommt nicht wirklich alleine damit zurecht, vor allem auch nicht mit ihrer Zerissenheit was den Glauben an die Methode und den gleichzeitigen Zweifel an der Richtigkeit davon betrifft.

Schon zwei Tage später bekommt Mia erneut große Schwierigkeiten und muß vor Gericht. Mias Bruder Moritz war zwar kein Gegner der Methode, aber er hielt sich zu Lebzeiten nicht unbedingt an alle Vorschriften, wie man in den dazwischengeschobenen Rückblicken auf die Vergangenheit erfährt. So rauchte er beispielsweise, ein grober Verstoß gegen das Gesetz. Seine Schwester versuchte er immer davon zu überzeugen, nicht nur am Leben, sondern auch lebendig zu sein - um sich ihrem Bruder näher zu fühlen, versucht die bis zu diesem Unglückstag strikte Befürworterin der Methode eine Zigarette zu rauchen und wird promt von ihren Nachbarinnen verpfiffen.

Richterin Sophie ist ausgesprochen verärgert und verdonnert Mia zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung, vor allem auch, da der Pflichtverteidiger Rosentreter gegen Mias Wunsch einen Antrag auf Härtefall einreicht - etwas, das vom Staat nicht gerne gesehen wird und das dazu beiträgt, daß Mia ab sofort vom Methodenschutz bewacht wird. Als sie Rosentreter deswegen zur Rede stellt, gesteht er, daß er in diesem Fall und mit Mias Unterstützung gegen die Methode vorgehen will, zumindest gegen Teile davon. Liebe ist in diesem Staat unerwünscht, Partner werden nach passendem Immunsystem gewählt und ausgerechnet Rosentreter liebt eine Frau, die er aus "mangelnder Kompatibilität" nicht lieben darf.

Aber auch Kramer benutzt Mia für seine Überzeugungen, seine Macht und seine Karriere: in einem Fernsehinterwiev greift er den Fall Moritz Holl erneut auf und nennt auch Mias vollen Namen in Bezug dazu, setzt sie somit dem Blitzlichtgewitter der Öffentlichkeit aus.

Nun überschlagen sich die Dinge: Mia wird vom Methodenschutz erneut verhaftet, diesmal mit brutaler Gewalt. In der Öffentlichkeit wird sie von vielen als Heldin gefeiert, vor allem als in ihrem Prozeß herauskommt, daß Moritz Holl einem Justizirrtum zum Opfer gefallen ist. Zwischen Kramer und Mia entspinnt sich ein geistiges Duell - Methode gegen nicht Methode. Gegen Mia werden Beweise vorgelegt, die sie zur Methodenfeindin und Terroristin abstempelt - Beweise, die entweder erfunden oder so verdreht sind, daß sie zum gewünschten Ergebnis passen. Selbst durch Folter ist Mia jedoch nicht zu einem Geständnis zu überreden.

Es kommt zu einem weiteren Prozeß, in dem Mia - verlassen von ihrem Anwalt, verraten von Nachbarn und der Justiz - dazu verurteilt wird, eingefroren zu werden. Mia hat den Prozeß verloren, aber in ihren Augen und in denen vieler gewonnen....

 

 

... doch kurz, bevor sich der Deckel der Gefrierkammer über ihr schließ, siegt doch der Staat, die Methode - mit der Erkenntnis, daß es nicht nutzt, sondern schadet, wenn man Mia zur Märtyrerin werden läßt, erfolgt die Begnadigung und eine Umwandlung des Urteils in ein strikt überwachtes Leben, eine Art Hausarrest.

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