Der Trotzkopf ( LeseRiese) Zusammenfassung

Der Trotzkopf

Meine gebundene Ausgabe ist bereits aus dem Jahr 1983 und hat 328 Seiten. Das Buch erschien beim Loewes Verlag in Bindlach und enthält Zeichnungen von Angelika Stubner. Die Autorin Emmy von Rhoden hieß eigentlich Emilie Auguste Karoline Henriette Friedrich, geb. Kühne und wurde am 15.11.1829 geboren und verstarb am 07.04.1885 in Dresden. Eigentlich schrieb sie Erzählungen für Zeitungen. Der Trotzkopf wurde erst nach ihrem Tod verlegt und wurde zu einem sehr großen Erfolg. Ihre Tochter Else Wildhagen schrieb dann noch zwei Fortsetzungen: Aus Trotzkopfs Brautzeit und Aus Trotzkopfs Ehe. Schließlich gab es dann noch einen abschließenden Band der niederländischen Schriftstellerin Suza la Chapelle Roobol mit dem Titel Trotzkopf als Großmutter. Die Autorin letzte mit ihrem Ehemann Dr. Friedrich Friedrich, der ebenfalls Schriftsteller war, lange Zeit mit ihren Kindern in Berlin.

 

Ilse Macket ist 16 Jahre alt und ein echter Wildfang. Sie lebt mit dem Vater und der Stiefmutter auf dem väterlichen Gut und macht was sie will. Sie lernt nur wenn sie Lust hat, tobt mit den Kindern der Landarbeiter herum und hat keine Manieren. Beim Essen schlingt sie in sich hinein, schmatzt und schlürft. Eines Tages beschließt der Vater, auf Anraten der Stiefmutter und des Pfarrers, dass es für Ilse am Besten wäre wenn sie ein Mädcheninternat besuchen würde. Sie soll Manieren und den Umgang mit anderen Mädchen lernen. Das wäre das Beste für ihre Zukunft. Ilse ist davon natürlich gar nicht begeistert. Sie schmuggelt einen kleinen Hund mit in den Zug und der Vater lässt sie gewähren, obwohl er ihr gleich sagt, dass im Internat keine Tiere erlaubt sein werden. Im Internat angekommen werden Ilse und ihr Vater von Fräulein Raimar begrüßt und diese gibt dem Vater den Rat nicht im Internat zu bleiben, sondern möglichst sofort wieder abfahren sollte. Er bleibt nur noch zum Essen. Dabei blamiert sich Ilse dann auch gleich mit ihren Tischmanieren und wird natürlich von den anderen Mädchen ausgelacht. Später fährt der Vater ab und muss natürlich auch den Hund mitnehmen.

Ilse teilt sich mit Nellie ein Zimmer und die Beiden werden Freundinnen. Auch beim ersten Frühstück gibt es wieder eine peinliche Szene und Ilse läuft hinaus. Eine Lehrerin, Fräulein Güssow, geht ihr nach und macht ihr klar, dass sie sich durchbeißen soll und dann mit den anderen Schülerinnen klar kommen wird. Durch die lieben Worte von Fräulein Güssow denkt Ilse plötzlich anders über ihren Aufenthalt im Internat und gibt sich Mühe. Doch sie eckt überall an und ist immer Grund für das viele Lachen der anderen Schülerinnen. Sie wird auf ihren Bildungsstand geprüft und glänzt eigentlich nur durch ihr Französisch. Ihre Schulhefte sind schmutzig und ihre Deutschkenntnisse sind ungenügend.

Es vergehen die ersten Wochen. An einem Mittwochnachmittag im August sitzen die Mädchen im Speisezimmer und stopfen, flicken und stricken miteinander. Ilse versucht einen Strumpf zu stricken. Doch ihr scheint das Talent zu fehlen und außerdem ist der Strumpf nicht mehr weiß, sondern fleckig und an einigen Stellen schon ganz grau. Fräulein Güssow möchte ihr helfen. Doch Ilse geht wieder das Temperament durch. Da kommt Fräulein Raimar und sieht Ilses Strumpf und weist sie zurecht. Als Fräulein Raimar den Raum verlässt wirft Ilse ihr den Strumpf samt Knäul hinterher. Fräulein Raimar ist sehr verärgert und schickt sie auf ihr Zimmer. Nellie und Fräulein Güssow folgen ihr. Da erzählt ihr Fräulein Güssow ihre Geschichte. Sie liebte einmal einen Maler namens Kurt. Doch sie war verzogen und ein Mädchen aus reichem Hause. Der Maler stellte ihr eines Tages die Frage, ob sie auch bei ihm bleiben würde wenn er arm wäre. In Wirklichkeit wollte er nur hören, dass sie ihn immer lieben würde. Doch ihr Stolz stand ihr im Weg und auf seine nächste Frage ob sie ihn liebe, antwortete sie mit Nein. Kurt löste dann die Verlobung und das Mädchen musste ein Jahr später seinen Lebensunterhalt selbst verdienen, da die reiche Großmutter alles Vermögen verloren hatte.

Nach dieser Geschichte beschließt Ilse Fräulein Raimar um Verzeihung zu bitten. Sie will nicht uneinsichtig sein. Im Arbeitszimmer von Fräulein Raimair verlässt sich aber der Mut und sie bringt nur ein Verzeihung über die Lippen.

In den folgenden Monaten verbesserten sich dann die Leistungen von Ilse. Doch mit dem Betragen im Unterricht hat sie immer noch Probleme. Doch die Lehrer beschließen in einer Sitzung, dass man Ilse eine Chance geben sollte. Eines Tages findet Ilse heraus, dass ihre Freundin Nellie in den Deutschlehrer Dr. Althoff verliebt ist. Sie hat sich den Anfangsbuchstaben seines Namens in den Arm geritzt. Dann sind die Äpfel des Baumes der an der Wand des Mädchenpensionats hoch wächst reif. Ilse beschließt einige zu pflücken obwohl das verboten ist. Durch das Knacken der Äste wachen andere Mädchen auf. Als sie etwas am Fenster vorbeihuschen sehen, denken sie es ist ein Gespenst und rennen aus den Zimmern. Das Gespenst soll in Nellies und Ilses Zimmer geflohen sein. Nellie und Ilse tun so als würden sie schlafen. Nur Fräulein Güssow bemerkt, dass Ilse gar nicht schläft. Doch sie verrät sie nicht.

Eines Tages kommt ein kleines Mädchen namens Lilli in das Internat. Lilli hat ein bisschen Angst vor den großen Mädchen. Nur zu Nellie und Ilse fasst sie Zutrauen. Lillis Mutter ist Schauspielerin am Burgtheater von Wien, ihr Vater ist erst kürzlich gestorben. Die kleine Lilli ist etwas kränklich. Ilse ist ganz vernarrt in die Kleine. Weihnachten naht und Nellie ist ein bisschen traurig, weil sie niemanden auf der Welt mehr hat. Ihre Eltern sind tot und ihr Onkel hat ihr die Ausbildung im Internat bezahlt damit sie später Gouvernante sein kann. Ilse tut Nellie leid und sie bittet ihren Vater aus ihrer Geschenkebox für Weihnachten zwei zu machen und eine an Nellie zu adressieren. Es kommt der Weihnachtsabend und Nellie ist ganz bedrückt. Bis Ilse ihr sagt, dass dort auch eine Kiste für Nellie ist. Nellie ist überrascht und freut sich dann wie ein kleines Kind. Sie hat noch eine Kiste für Weihnachten bekommen. Darin liegt ein Brief von Ilses Stiefmutter in der sie Nellie bittet die Kiste anzunehmen, da die besten Freundinnen auch die gleichen Geschenke bekommen sollte. Nellie fällt Ilse um den Hals. Es ist auch das erste Mal, dass Ilse liebevolle Gefühle für ihre Stiefmutter empfindet.

Wenige Tage nach Neujahr beginnt dann der Tanzunterricht. Zunächst finden die Mädchen den Tanzunterricht furchtbar öde. Doch dann kommen Herren eines benachbarten Jungeninternats und die Mädchen ziehen ihre besten Kleider an. Es wird ausgiebig Walzer getanzt. Einen Tanz tanzt Ilse mit Lilli. Doch dann berührt sie ihre Wange und bemerkt, dass Lilli ganz heiß ist. Lilli hat leichte Kopfschmerzen und wird von Fräulein Güssow auf ihr Zimmer gebracht. Sie hat Fieber. Zunächst sieht es so aus als würde es Lilli schnell wieder besser gehen, doch dann wird es wieder schlimmer. Lilli ruft nach Ilse und sie wird geholt. Sie pflegt die Kleine einige Stunden. Dann wird sie von Fräulein Güssow ins Bett geschickt. Ilse ist verstört. Sie war noch nie am Bett eines Schwerkranken. Nellie gesteht sie, dass Lilli sterben wird. Dann stirbt Lilli tatsächlich und die Mädchen sind alle voll Kummer. Lilli wird beerdigt, aber ihre Mutter erscheint nicht. Sie schickt nur Geld für das Begräbnis und einen Grabstein.

Das nächste große Ereignis sollte der Geburtstag von Frau Raimar im Mai werden. Es wurden Musikstücke und Theateraufführungen gegeben und war die erste richtige Ablenkung nach Lillis Tod. Ilse spielte in einem französischen Liebestheaterstück mit und es war ein voller Erfolg. Nach der Aufführung redete Dr. Althoff kurz mit Nellie. Dann naht auch schon das Ende des Schuljahrs. Im Garten treffen sich unter der großen Linde Flora, Orla, Rosi, Nellie und Ilse und schwören sich ewige Freundschaft.

Dann kommt der Tag des Abschieds. Nellie verabschiedet sich schon früh morgens von Ilse unter Tränen. Nellie wird in einem halben Jahr das Mädchenpensionat auch verlassen müssen. Sie muss dann als Gouvernante arbeiten. Frau Güssow bringt Ilse noch zum Zug und besorgt ihr einen Platz im Abteil. Im Zug sitzt Ilse neben einer Frau Rat. Am Bahnhof wird sie von Leo Gontrau abgeholt. Frau Rat erklärt ihr, dass sein Vater der Freund von Ilses Vater ist. Leo findet Ilse sehr schön und lacht mit ihr. Doch Ilse versteht es so, dass Leo sie auslacht. Vor allem als sie von ihrer Freundschaft zu Nellie spricht. Doch irgendwie findet sie ihn auch sympathisch. Ilse verbringt einige Tage bei den Gontraus. Dabei kommen sich Leo und Ilse näher. Doch dann will Ilse nach Hause. Ihre Eltern haben inzwischen einen kleinen Sohn und den hat Ilse noch nicht gesehen. Die Gontraus bitten Ilse sie noch einmal zu besuchen.

Freudig wird Ilse zu Hause begrüßt. Die Wochen vergehen und Ilse fühlt sich glücklich wie noch nie. Den Blumenstrauß den Ilse von Leo zum Abschied bekommen hat, bewahrt sie genau wie die Blumen von Nellie immer noch auf. Darum laden Ilses Eltern die Gontraus jetzt schon zu Besuch ein. Ilse freut sich so auf Leo.

Dann kommt ein Brief von Nellie. Sie ist keine Gouvernante sondern die Braut von Dr. Althoff. Die Gontraus kommen zu Besuch. Auch Ilses Onkel Kurt ist gekommen. Ilse hat von Fräulein Raimar das versprochene Album mit Bildern der Lehrerinnen und Freundinnen erhalten. Freudig will sie Onkel Kurt ein Bild von Nellie zeigen. Auf einem Bild sieht Onkel Kurt ein Foto von Fräulein Güssow. Es ist das Mädchen in das er einmal verliebt gewesen ist. Er ist der Maler mit dem Fräulein Güssow einmal verlobt gewesen ist. Leo macht Ilse einen Heiratsantrag, doch sie lehnt ihn ab. Doch dann erinnert sie sich an die Geschichte von Fräulein Güssow und willigt ein, weil sie Leo nicht verlieren will. Alle sind glücklich über das junge Glück. Nur Onkel Kurt stiehlt sich davon und fährt zum Bahnhof. Die Wochen vergehen. Dann kommt ein Brief aus München. Fräulein Güssow schreibt Ilse. Ihr Onkel Kurt war ihr Maler und hat sie im Internat aufgesucht und sie noch einmal gefragt ob sie ihn liebe und seine Frau werden würde. Fräulein Güssow hat eingewilligt und nun sind die beiden auf Hochzeitsreise in Italien.

 

Das Buch ist wirklich schön geschrieben und laut Einband ist es für Kinder zwischen 11 und 16 Jahre gedacht. Ich finde, dass die Geschichte aber auch sehr wohl schon für jüngere Kinder geeignet ist. Die Schrift hat eine angenehme Größe und man kann sich durch den netten Schreibstil sehr schön in Ilse hinein versetzen.

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