Hier geht es um ein lustiges Buch aus der Luebbe Verlagsgruppe mit vielen Illustrationen.
Der Autor Willy Breinholst gehört wohl zu den meistgelesenen Humoristen der Welt. Bereits im Alter von neun Jahren begann er zu schreiben. Seine Bücher erschienen in über 100 Ländern und erreichten eine Gesamtauflage on 55 Millionen. Seine Lieblingsthemen sind das menschliche miteinander in Beruf, Familie und Freizeit.
Hände hoch ist ein neuer Totsicherer Bestseller, diesmal nimmt Willy Breinholst in seinen herrlichen Geschichten, gemixt mit tollen Illustrationen den Bereich der Kriminalistik aufs Korn.
In dem Buch sind 22 Geschichten, meine Lieblingsgeschichte ist „Der Plaumenkern“
Sie umklammerte die Sessellehrnen dann öffnete sie die Augen… und sah gerade noch, wie ihr Mann vom Sessel rutschte. Sein Gesicht war rot angelaufen. Mein Gott, stieß sie hervor, es geht zu Ende mit ihm. Und nun bin ich also Witwe…
Im Kamin flackert ein helles Feuer. Förster Simmons in sitzt in seinem Ledersessel, er hat die Hände am Bauch gefaltet und verdaut sein Abendessen. Auf dem Rosenholztisch neben ihm steht eine Schale mit Pflaumen. Die große Standuhr tickt und seine Frau klappert fleißig mit den Stricknadeln. Zwei Menschen genießen die Freuden eines herrlichen Abends im heimischen Wohnzimmer. Sagten wir „genießen“? Dieser Schein trügt, denn Frau Simmons ist nervös und ihr Mund ist zusammengepresst. Herr Simmons greift nach den Pflaumen und schiebt sich genüsslich eine in den Mund, seine Frau atmet kaum, jeder ihrer Muskeln ist angespannt und dann passiert es, ihr Mann zielt auf eine Birne des Kronleuchters, spuckt und trifft diese mit dem Pflaumenkern mit einem lauten „ping“. Frau Simmons greift sich ans Herz, sie kann nicht mehr, den ganzen Abend schon schießt ihr Mann mit den Pflaumenkernen auf die Glühbirnen, warum kann ihr Mann nicht wie jeder normale Mensch die Kerne in den Aschenbecher spucken. Ihr Mann steht auf, nimmt den Kern und schmeißt ihn in den Kamin und setzt sich wieder ruhig hin, seine Frau strickt weiter und die Standuhr tickt auch weiter. Und schon wieder schiebt sich Herr Simmons eine Pflaume in den Mund und fragt seine Frau, was sie sich so aufregt, schließlich hebt er die Kerne ja auf und schmeißt sie weg. Sie diskutieren weiter, das er es ganz normal findet, die Kerne durch die Gegend zu spucken, weil er sehen will, ob er das Ziel auch trifft und sie, weil ihr die Schießerei auf die Nerven geht.. Sie droht ihrem Mann sogar, wenn er jetzt nicht mit der Schießerei und Spuckerei aufhört, geht sie gleich morgen zu ihrer Mutter und reicht die Scheidung ein.
Also vertieft er sich in seine Zeitung und sie strickt und die Standuhr tickt friedlich. Auf einmal streckt er wieder die Hand zu den Pflaumen aus, schiebt sich eine dicke in den Mund, lutscht am Kern und fixiert den Kronleuchter…
Seine Frau wartet auf den Schuss, als sich nach zwei Minuten immer noch nichts tut, wird sie unruhig, sie sieht wie er vom Sessel rutscht und sein Gesicht ganz rot angelaufen ist. In seiner Luftröhre steckt der Kern, er wird sterben. Sie legt ihn auf den Teppich, versucht ihn zu beatmen, aber das klappt nicht. Er ist schon ganz blau und sie läuft aus dem Haus, die kommt wenig später mit dem Nachbarn, dem Tierarzt wieder. Dieser macht sich ein bisschen an Herrn Simmons zu schaffen, aber ohne Erfolg. Der Tierarzt stellt nur trocken fest, das ihr Mann anscheinend tot ist und geht. Sie schaut in den Spiegel und denkt sich, das sie nun Witwe ist. Während ihr Mann sie seit Monaten versucht hat, verrückt zu machen, mit seiner Pflaumenkern Schießerei ist sie nun erlöst. Vielleicht würde sie, eine attraktive Frau mit dreiundvierig noch einen netten Mann finden, einen, der keine Kern Spuckerei veranstaltet… Da hört sie aus dem Wohnzimmen das altbekannte „ping“ wenn der Pflaumenkern auf die Birne des Kronleuchters knallt…
Die Geschichte in diesem Buch umfassen alle nur wenige Seiten, sind leichte Lektüre für zwischendurch und durchaus witzig und lesenswert.
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