Trotz der Tatsache, das die Skalpieren in den Vereinigten Staaten von Amerika bereits seit fast 100 Jahren der Vergangenheit angehörte, hat sich an der Lage der afroamerikanischen Bevölkerung, vor allem in den sehr konservativen Südstaaten, bis zu den 1960er Jahren nur wenig geändert. Im Gegenteil: zwar waren die Schwarzen nicht mehr die Sklaven der Weißen, dafür wurden sie geradezu hermetisch von den weißen Gesetzesmachern abgeschottet. Egal ob in Restaurants, in Bussen oder Schulen: Schwarze und Weiße waren stets voneinander getrennt. Dann kam es schließlich zu einer Welle von Ereignissen und ein Mann namens Martin Luther King trat in das Licht der kollektiven Wahrnehmung. Der Pastor, der schon immer für die Verbrüderung zwischen den Rassen gekämpft hatte, wurde schließlich Kopf der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren, deren unermüdliches Streben die wirkliche Freiheit in die USA gebracht hat.
Mit „Keiner dreht mich um: Die Lebensgeschichte des Martin Luther King„ legt Autor Arnulf Zitelmann eine der vielen Biografien über den Bürgerrechtler und Menschen King vor, wobei diese eindeutig zu den besseren, wenn auch nicht unbedingt zu den komplexesten gehört. Der Fokus liegt nämlich eindeutig auf die Jahre Kings, in denen man ihn auch bewusst wahr nehmen konnte, da er bereits in der Öffentlichkeit stand. Ganz klar, sind dies für den Leser auch die interessantesten Jahre, trotzdem lässt Arnulf Zitelmann auch Kings Vergangenheit und Jugend nicht zu kurz kommen und zeigt auf, wie King der Mann wurde, der viele Jahre später in Washington seine berühmte „I have a dream“ Rede sprechen wird.
Dabei eignet sich die sich auf kurzweilige 280 Seiten geschriebene Biografie vor allem für jüngere Leser, enthält das Buch doch viele zusätzliche Erklärungen bezüglich der damaligen Zeit und ihrer Umstände. Dies macht es vor allem Einsteigern, die sich bisher nur wenig oder gar nicht mit Martin Luther King auseinandergesetzt haben, einfach, einen guten Überblick über sein Leben und Werk zu bekommen. Hervorzuheben ist vor allem die Tatsache, das Arnulf Zitelmann auch durchaus kritisch mit King verfährt und nicht all seine Taten in ein schmälerndes Licht rückt. Trotzdem erfährt der Leser sehr genau am eigenen Leibe, was die Faszination des Martin Luther King eigentlich ausmacht.
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