König Ludwig II
Sein Leben – sein Ende
Das Buch ist eine erweiterte und verbesserte Auflage und erschien 1995 beim Verlag Kienberger in Lechbruch. Der Autor ist Julius Desing. Es hat 48 Seiten und die ISBN lautet 978-3-933-628090.
Ludwig II. wurde am 25. August 1845 als Sohn von Kronprinz Maximilian und seiner Frau Marie, einer Prinzessin von Preußen, geboren. Er wurde auf den Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig getauft, der Rufname lautete aber nach dem Willen seines Großvaters, des damaligen König Ludwig I., auf Ludwig. Drei Jahre nach Ludwigs Geburt kam sein einziger Bruder Otto zur Welt.
Die Erziehung beider Brüder wurde vom sehr strengen Vater bestimmt. Er wollte vor allem Ludwig auf die Regentenrolle vorbereiten. Doch Ludwig war eher sensible und die asketische und lieblose Erziehung hat deutliche Spuren auf seiner Seele hinterlassen. Es entwickelten sich Komplexe die später zu übersteigertem Macht- und Majestätsbewusstsein werden sollten. Die meiste Zeit seiner Kindheit verbrachte Ludwig auf dem Schloss Hohenschwangau bei seiner Mutter. Die phantasievollen Wandgemälde der deutschen Sagenwelt im Schloss Hohenschwangau faszinierten den Prinzen und steigerten sein romantisches Gefühlsleben. Er durchstreifte schon als Junge gern die Wälder und Täler rund um das Schloss. Mit 16 Jahren besuchte Ludwig das erste Mal eine Wagner-Oper die Lohengrin hieß. Ab diesen Zeitpunkt war er der Musik Wagners verfallen. Am 10. März 1864 starb der mittlerweile zum König von Bayern gewordene Maximilian II. und Ludwig wurde mit nur 18 ½ Jahren zum König berufen. Zwar wurde er durch den Vater nicht gut auf diese Rolle vorbereitet und hatte weder ein abgeschlossenes Studium, noch irgendwelche Erfahrung, aber er nahm diese Aufgabe sehr ernst und arbeitete hart. Er beauftragte seinen Hofsekretär den Komponisten Richard Wagner nach München zu holen und erwies sich ihm gegenüber als wohlwollender Gönner.
Freundschaften zum anderen Geschlecht gab es nicht viele im Leben des Königs. Ihn verband eine tiefe Freundschaft zu Elisabeth, der Kaiserin von Österreich, die seine Cousine war und verlobte sich sogar mit ihrer Schwester Sophie Charlotte von Bayern am 22. Januar 1867. Doch die Verlobung wurde wieder am 10. Oktober des gleichen Jahres gelöst. Danach kamen bei ihm nie wieder Heiratsgedanken auf. Stattdessen nahmen andere Pläne Form an. Im September 1869 wurde mit den Bauarbeiten von Schloss Neuschwanstein begonnen, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schloss Hohenschwangau liegt wo Ludwig den größten Teil seiner Kindheit verbrachte. Während die deutsche Armee im Jahr 1870 und 1871 gegen Frankreich kämpfte, wurde sie durch bayerische Soldaten unterstützt. Ludwig hätte diese Mobilmachung gern vermieden. Er war kein Freund des Krieges. Die deutsche Armee die französische Armee schlagen und am 18. Januar 1871 wurde im Spiegelsaal von Schloss Versaille Wilhelm von Preußen zum deutschen Kaiser ausgerufen. Ludwig II. blieb diesem Ereignis fern. Er plante schon seine nächsten Schlösser. Neben Neuschwanstein wurde ab 1874 der Bau von Linderhof im Graswangtal bei Oberammergau begonnen und ab 1878 entstand das prunkvolle Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel des Chiemsees. Durch die Vielzahl dieser Projekte musste der König immer mehr Kredite aufnehmen und die Verschuldung nahm immer mehr zu. Dadurch verlor er nicht nur den Rückhalt in der eigenen Familie sondern auch in seiner Regierung. Doch besorgniserregend waren die Schulden noch nicht. Als er um Leben kam betrug seine Verschuldung nicht mehr als drei bis vier Jahresgehälter. Doch der Familienrat tagte 1886 um zu verhandeln wie man Ludwig dazu bringen könnte, sich, statt weiter zu bauen, mehr den Regierungsgeschäften zu widmen. Die Regierung plante derweil Ludwig als Regent abzusetzen und ihn als Geisteskrank darzustellen. Die Regierung wollte Prinz Luitpold von Bayern als Regenten einsetzen.
Am 1. Juni 1886 brach Ludwig II. nach Hohenschwangau auf. Er wollte die Pfingstfeiertage auf Schloss Neuschwanstein verbringen. Am 10. Juni 1886 fuhren Kutschen vor. Doch Ludwig konnte die Verhaftung um einige Tage hinauszögern. Am 11. auf dem 12. Juni 1886 wurde er aber festgesetzt und sollte wegen Geisteskrankheit auf Kur geschickt werden, obwohl er nie untersucht worden war. Man verließ sich auf Aussagen von Kammerdienern und Regierungsbeamten. Am 12. Juni 1886 verließ der König mit den Ärzten und Pflegern Schloss Neuschwanstein und wurde nach Schloss Berg am Starnberger See gebracht. Das Schloss war zu einem Gefängnis umgebaut worden. Die Türen hatten Gucklöcher und die Fenster waren vergittert. Am Pfingstsonntag den 13. Juni 1886 machte Ludwig II mit seinem Arzt Prof. von Gudden einen Sparziergang am See. Als beide Männer nach 20 Uhr nicht zurückgekehrt waren, machte man sich auf um sie zu suchen und fand beide Männer ertrunken im Starnberger See. Eine Geisteskrankheit konnte nie zweifelsfrei nachgewiesen werden. Nach Ludwig II. folgte Prinz Luitpold von Bayern als Regent auf den bayerischen Thron. Ludwig II. von Bayern wird heute als „Märchenkönig“ bezeichnet; da er das Schöne suchte und das Gute für sein Volk wollte. Er wollte immer nur das Beste für sein Land.
Übrigens - Du kannst Liviato unterstützen,
indem du deine Bücher bei Amazon über Liviato kaufst.