Michael Kohlhaas Zusammenfassung

In der Novelle "Michael Kohlhaas" schreibt Heinrich von Kleist über den gleichnamigen Rosshändler, der rechtschaffend nach dem Gesetz lebt. Kohlhaas möchte einen Tross Pferde in Sachen verkaufen und wird von einem Vogt vor der Burg des Junkers Wenzel von Tronka aufgehalten. Michael Kohlhaas ist verwundert darüber, dass er einen Passierschein für die Strecke brauche, weil er diesen noch nie gebraucht habe. Er willigt jedoch ein, in Dresden einen zu besorgen. Zwei kräftige Rappen muss er aber als Pfand auf der Burg lassen. Ebenso bestellt Kohlhaas seinen Knecht Herse zu den Pferden ab und trägt ihm auf, auf die Tiere aufzupassen.

 

Als Kohlhaas in Dresden erkennt, dass die Angelegenheit mit dem Passschein nur erfunden war, reitet er nach dem Verkauf seiner Pferde zurück zur Tronka-Burg. Sein Knecht allerdings ist verschwunden. Man erzählt Kohlhaas, er sei durch sein Fehlverhalten von der Burg gejagt worden. Seine Pferde indes wurden auf dem Feld geschunden und sind nun nicht mehr wert als alte, kranke Ackergaule. Kohlhaas verlangt, dass die Tiere gefüttert werden sollen, vorher würde er sie nicht zurücknehmen und reitet nach Hause.

 

Dort findet er seinen Knecht vor, der ihm mitteilt, dass er die Pferde hatte schützen wollen, doch dafür sei er auf der Burg verprügelt und weggejagt worden. Kohlhaas schreibt an den Kurfürsten in Sachen und erhebt Anklage. Er verlangt Schadenersatz für seinen Knecht und die Aufpäppelung und Fütterung seiner beiden Pferde. Nach einigen Monaten erfährt Kohlhaas, dass seine Klage von den Vettern Wenzels Hinz und Kunz von Tronka abgelehnt wurde. Der Rosshändler besteht aber auf dessen Recht. Seine Frau Lisbeth fährt somit zum Kurfürsten von Brandenburg, um dort eine Bittschrift persönlich einzureichen, die Kohlhaas zu seinem Recht verhelfen soll. Sie wird jedoch schwer verletzt und stirbt nach ihrer Rückkehr in Kohlhaasens Armen. Ihre letzten Worte waren, dass ihr Mann seinen Feinden vergeben solle.

 

Anstatt den letzten Wunsch seiner Frau zu respektieren, wird Kohlhaas zum wutentbrannten Rächer. Er fühlt sich vom Gesetz verraten und möchte sein Recht durch Selbstjustiz einholen. Somit zieht er mit Herse und weiteren Unterstützern los, um die Burg Tronkas zu brandschatzen und die Bewohner der Burg zu ermorden. Unschuldige Frauen und Kinder und der Burgvogt sterben bei diesem Unterfangen. Der Junker von Tronka selbst aber kann fliehen.

 

Kohlhaas verfasst somit das erste "Kohlhaasische Mandat", das zum Fehderecht gezählt wird, welches zu seiner Zeit allerdings nicht mehr gesetzlich erlaubt ist. Die Menschen um ihn vermehren sich schon am nächsten Tag, weil diese sich ebenfalls von der Willkür des Gesetzes bedroht fühlen. Gemeinsam reiten sie zu einem Nonnenkloster nach Erlabrunn, wo die Äbtin und Tante des Junkers diesem Unterschlupf gewähren soll. Sie sagt allerdings, er sei nicht mehr da und sie habe das "Kohlhaasische Mandat", in dem die Herausgabe des von Tronka verlangt wird, nicht gelesen, als er noch im Stift gewesen sei. Durch einen zufälligen Blitzschlag, der neben Kohlhaas einschlägt, hält dieser sich zurück, das Kloster ebenfalls brandschatzen.

 

Auf seinem weiteren Weg steckt er allerdings Wittenberg in Brand, weil er glaubt, den Junker dort zu finden. Nicht einmal ein Heer von 500 Mann kann den Trupp um Kohlhaas niederschlagen. Die Bevölkerung Wittenbergs gerät in Panik und setzt die Obrigkeit unter Druck, endlich etwas zu tun. Kohlhaas wird durch eine Finte nach Leipzig geführt und legt auch in dieser Stadt an drei Stellen einen Brand, doch einsetzender Regen verhindert schlimmeres. Wieder versucht man Kohlhaas wegzulocken, doch diesmal weigert der Rächer sich.

 

Nun hängt Martin Luther einen Anschlag auf, das Kohlhaas unterstellt, er betreibe Blasphemie. Kohlhaas hält sehr viel auf Luther und sucht ihn gekränkt und inkognito im Zimmer des Wirtshauses auf, in dem sich der Reformator einquartiert hat. Kohlhaas versucht seine Situation zu erklären und Luther verständlich zu machen, dass er nur sein Recht wolle. Luther sagt ihm zu, er würde zu seinem Recht kommen, wenn er die Grausamkeiten unterlasse.

 

Kohlhaas verlangt einen Prozess wegen seiner Pferde und um sein Recht. Luther hingegen einen, in dem Kohlhaas sich zu seinen Taten bekennen muss. Kohlhaas begreift, dass seine Handlungen ungerechtfertigt waren und stimmt zu, insoweit er freies Geleit nach Dresden bekommt, um dort Anzeige erstatten zu können.

 

So wird Kohlhaas nach Dresden gebracht und zu seinem eigenen Schutz in einem Haus bewacht. Gleichzeitig löst Kohlhaas seine Bande auf. Die Pferde werden auf den Marktplatz in Dresden gebracht, wo Kohlhaas diese identifizieren soll. Als er dies tut und ein Tumult ausbricht, erkennt die Bevölkerung, dass ihre Sympathie für Kohlhaas als Beweggrund nur zwei abgeschundene, schlachtreife Rappen sind. Die Sympathie schlägt in eine Antipathie um, weil die Menschen erkennen, dass die Morde und Brandschatzungen in keiner Relation zu Sache stehen.

 

Trotzdem sieht es so aus, als bekäme Kohlhaas endlich sein Recht. Der Junger muss die Rappen gesund pflegen und füttern, bis sie sich wieder in ihrem früheren, starken Zustand befinden. Gleichzeitig aber erkennt Kohlhaas, dass er selbst hintergangen wird und das freie Geleit sich zu einem schleichenden Freiheitsentzug entwickelte. Kohlhaas wird letztendlich zum Tod durch das Rad verurteilt.

 

Als der Kurfürst von Sachen Kohlhaas besucht, weil seine Frau ihn sehen möchte, entdeckt dieser ein Amulett an Kohlhaasens Hals und fragt, woher es stammt. Nun folgt ein Rückblick, in der man erfährt, dass Kohlhaas das Amulett von einer Zigeunerin erhalten habe, kurz nachdem seine Frau beerdigt wurde. In der Kapsel der Kette befände sich ein Zettel, auf dem stünde, wer der letzte sächsische Kurfürst sein werde und wann dies sei. Der Kurfürst versucht, an den Zettel zu gelangen, doch er erhält ihn nicht.

 

Eine alte Frau wird beauftragt, sich als die Zigeunerin auszugeben, um an den Zettel im Amulett zu gelangen, doch zufälligerweise ist genau diese Frau die echte Wahrsagerin, die Kohlhaas rät, den Zettel unter keinen Umständen herauszugeben. Am Tag von Kohlhaasens Hinrichtung wird der Junger Wenzel für zwei Jahre Haft und Schadenersatz verurteilt. Die Rappen sind wieder gesund und stark. Kurz bevor Kohlhaas stirbt, liest er den Zettel in der Kapsel, schluckt diesen und nimmt sein Wissen vor den Augen des Kurfürsten mit in den Tod.

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