Der elfjährige jüdische Junge Moses, von den meisten aber nur Momo genannt, lebt zusammen mit seinem Vater, einem Rechtsanwalt, in einem jüdischen Viertel, dem Rue Bleue, in Paris. Die Mutter und der Bruder von Moses sind schon lange weg und der Vater hat nur wenig Zeit für Moses, zumal er seinen Sohn immer wieder mit Popol, Momos Bruder, vergleicht und Moses ihm nie etwas richtig machen zu können scheint. Die liebe, die der Junge nicht von seinem Vater bekommt, obwohl dieser sich um den ganzen Haushalt kümmert und es geradezu zwanghaft versucht seinem Vater recht zu machen, sucht er schließlich bei den Prostituierten des Viertels, bei denen er sich als 16-Jähriger ausgibt um überhaupt mit ihnen ins Gespräch kommen zu können (und natürlich noch ein bisschen mehr ;) ). Und dann gibt es da auch noch Monsieur Ibrahim, von allen der Araber genannt, obwohl dieser nicht einmal einer ist, sondern muslimischer Türke. Monsieur Ibrahim besitzt ein kleines, jeden Tag in der Woche geöffnetes, Lebensmittelgeschäft im Viertel von Moses, wo dieser immer für seinen Vater und sich einkauft. Nach und nach entsteht zwischen Momo und Monsieur Ibrahim ein sehr inniges Verhältnis, denn der alte Herr ist für den jüdischen Jungen der Vater, den er nicht hat. Der alte Ibrahim lehrt den jungen Moses, ganz unabhängig ihrer verschiedenen Religionen, viele Weisheiten, die er seinem Koran entnimmt. So lehrt er den Jungen in Sachen Liebe, wie man wahres Glück erkennt und auch bringt Ibrahim Moses bei endlich selber glücklich zu werden. Noch inniger wird das Verhältnis der beiden, als sich Momos Vater vor einen Zug wirft. Monsieur Ibrahim ist nun der einzige, den Momo noch hat. Wie nach und nach herauskommt, hat Momos Vater seinen Sohn, was den vermeintlichen Bruder Popol angeht, immer belogen, da es diesen gar nicht gibt. Doch auch Monsieur Ibrahim stirbt irgendwann. Momo übernimmt schließlich das Lebensmittel-Geschäft seines Ersatz-Vaters, bekennt sich offen zum Islam und schließt später Frieden mit seiner verschollenen Mutter.
„Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, geschrieben von Éric-Emmanuel Schmitt, dürften die meisten sicherlich aufgrund der tollen Verfilmung von vor einigen Jahren kennen. Wer den Film mochte, dem wird sicherlich auch das Buch gefallen, auch wenn Buch und Film sich im Detail ein bisschen unterscheiden. Aber das macht nichts. Mit gerade einmal 112 Seiten ist das Buch, welches im Ammann Verlag erschienen ist, kein sonderlich umfangreiches Buch geworden und tatsächlich wünscht man sich nach dem lesen, dieser schönen und lebensbejahenden Geschichte noch weitere 100 Seiten folgen zu dürfen, denn „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ erzählt eine im Grund wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Toleranz. Ein Buch, das sich daher auch durchaus für eine etwas jüngere Leserschaft eignet, aber auch den Älteren sehr viel Freude bereiten wird. Ich kann „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ daher nur jedem empfehlen, denn es ist eines dieser wenigen Bücher, das einen wirklich vollends Glücklich zurücklasst. Natürlich vermittelt das Bild einen sehr starken gute Welt und Friede-Freude-.Eierkuchen Eindruck, aber ist das denn wirklich immer so verkehrt?
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