Nero Corleone
Eine Katzengeschichte
Das Buch hat 95 Seiten und erschien im Carl Hanser Verlag in München. Die ISBN lautet: 978-3-8363-0098-8. Die Autorin Elke Heidenreich wurde am 15.02.1943 in Korbach unter dem Namen Elke Helene Rieger geboren. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Literaturkritikerin, Kabarettistin, Moderatorin, Journalistin und Opern Librettistin tätig.
Was in Deutschland Freitag der 13. ist, ist in Italien Freitag der 17. Der absolute Unglückstag. Fällt dieser Freitag, der 17. dann auch noch in den Unglücksmonat November, kann nichts Gutes dabei heraus kommen. Genau an einem Freitag, den 17. November bringt die alte Katze Madonnina auf einem italienischen Bauernhof einen Wurf von vier Katzen zur Welt. Zwei getigerte Katzen, eine dreifarbige Glückskatze und einen kleinen schwarzen Kater mit einer weißen Pfote. Der Bauer stöhnt immer, wenn die Madonnina wieder Katzen auf die Welt bringt, da es auf dem Bauernhof schon so viele gibt und er gar nicht mehr weiß wie er alle versorgen soll. Doch töten kann er sie nicht mehr, wenn sie schon die Augen offen haben. Und so versteckt die Madonnina die Kleinen immer bis sie sehen können. Auch dieses stöhnt der Bauer wieder. Er kann die zwei getigerten Katzen bei einem Bekannten auf dessen Bauernhof in den Bergen unterbringen. Der Freund hatte sowieso ein kleines Mäuse- und Rattenproblem und so können sich die zwei Katzen ihre Nahrung selbst verdienen. Die rötlichere Glückskatze nennt der Bauer Rosa. Sie und der schwarze Kater bleiben auf dem Bauernhof.
Rosa hat blaue Augen und schielt ein bisschen. Sie ist auch ganz schüchtern. Aber sie liebt ihren Bruder, den schwarzen Kater, abgöttisch und folgt ihm überall hin. Der kleine Kater wird Nero genannt, was in Italienisch schwarz bedeutet. Er ist ein vorwitziger kleiner Kerl, der sich nichts sagen lässt. So erobert er schon mit sechs Wochen den ganzen Bauernhof. Er legt dem alten Hund, der alle immer zusammen bellt, seine weiße Pfote auf ein Auge und sagt ihm wie es wohl wäre, wenn er nur noch ein Auge hätte. Das könnte ihm bevorstehen, wenn er Nero Probleme macht. Und der Hund hat wirklich so sehr Angst, dass er Nero in Ruhe lässt. Ab da hat Nero seinen Namen unter den Tieren auf dem Bauernhof weg: Don Nero Corleone, was in Deutsch soviel wie Herr Schwarz Löwenherz bedeutet. Nero hat ein Gespür dafür wie er an extra Essen kommt. So besticht er die Hühner, ihm einmal am Tag ein frisches Ei zu geben. Diese tun es damit sie auch ihre Ruhe vor dem kleinen schwarzen Kerl haben. Doch Nero ist nicht egoistisch. Er frisst zwar immer als Erstes, aber er lässt auch einen Rest für seine Schwester Rosa übrig.
Eines Tages zeihen die Urlauber Isolde und Robert aus Köln in Deutschland in ihr kleines Ferienhäuschen am Berg und Nero macht einen Besuch. Er geht frech in ihr Wohnzimmer und legt sich dort auf das weiche Sofa. Isolde entdeckt ihn dort und gibt ihm, als er so wehleidig miaut, etwas Milch. Ab da hat Nero sie im Griff. Er wird von ihr mit extra Nahrung versorgt und auch seine Schwester Rosa schleppt er an. Die Katzen wickeln Isolde um den kleinen Finger und sie bittet schließlich, als die drei Wochen Urlaub zu Ende gehen, ihren Robert darum die Katzen mitnehmen zu können. Anfang ist Robert nicht so begeistert. Aber die beiden sprechen mit dem Bauern und der ist froh zwei Mäuler loswerden zu können.
Also geht es auf die beschwerliche Reise nach Deutschland. Keine Freude für die beiden Katzen. Denn sie müssen im engen Katzenkörbchen reisen und dürfen während der zehnstündigen Fahrt nicht raus. Endlich in Deutschland angekommen dürfen die Katzen erst nicht raus. Doch eines Nachts flüchtet Nero durch ein offenes Fenster und macht sich mit der Gegend vertraut. Auch hier in Deutschland hat er schnell die Kontrolle über sein Viertel. Er findet aber auch viele Freunde und die große Liebe. Eine Karthäuserkatze mit Stammbaum. Sie bekommt viele Kinder von ihm, sehr zum Schrecken von ihrem Frauchen.
Dann eines Tages wird Rosa krank. Sie frisst nicht mehr, obwohl das immer ihre ganz besondere Freude war. Dann magert sie ganz ab und schließlich stirbt sie. Nero ist ganz untröstlich. Beim nächsten Italienurlaub nehmen Isolde und Robert ihn mit. Auf dem Bauernhof hat sich viel verändert. Seine Mutter Madonnina ist gestorben. Kein Wunder, sie war ja schon alt und Nero selbst ist schon ein älterer Kater. Doch es gibt eine neue junge Katze in die sich Nero verliebt und er beschließt in Italien zu bleiben. Also verbringt er Tage im Stall ohne das ihn der Bauer oder Isolde und Robert finden. Isolde ist untröstlich, doch schließlich fahren sie allein zurück nach Deutschland und Nero zeigt sich das erste Mal dem Bauern. Der ist zwar zunächst nicht begeistert, dass wieder ein zusätzliches Maul zu stopfen hat, doch Nero darf bleiben.
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