Ohne jede Spur Zusammenfassung

Lisa Gardner – Ohne jede Spur

 

Eine junge Frau beschreibt ihren Abend: sie macht ihrer vierjährigen Tochter zu Essen, duscht anschließend mit ihr, bringt sie ins Bett und geht dann an die Arbeit – sie ist Lehrerin und korrigiert Arbeiten. Doch dann hört sie jemanden im Haus, ihr Mann kann es nicht sein, der als Journalist nachts arbeitet…

Sergeant Detective D.D. Warren wird an einen Tatort gerufen: der Journalist Jason Jones traf seine Frau nicht zuhause an, als er nach der Arbeit heim kam, nur seine Tochter lag im Bett und schlief. Einige Stunden später meldet er Sandra Jones als vermisst. Jones´ Verhalten ist mehr als seltsam, er verweigert jegliche Zusammenarbeit und Auskünfte, zeigt keinerlei Emotionen. Nur um seine Tochter Clarissa, genannt Ree,  ist er rührend besorgt.

D.D. ist etwas verwundert, aber auch frustriert, erst nach 24 Stunden kann sie eine offizielle Untersuchung einleiten, bis dahin sind ihr ohne die Mitarbeit des Ehemanns die Hände gebunden, so dass sie zum Beispiel nicht den Computer der Verschwundenen untersuchen kann. Der Ehemann ist nicht nur routinemäßig verdächtig, sondern auch durch sein seltsames Verhalten, doch er ist nicht der einzige.

Zwischen den „normalen“ Kapiteln kommt Adrian Brewster zu Wort. Der junge Mann lebt allein, arbeitet unauffällig und ohne Kundenkontakt als KFZ-Mechaniker und lebt in der Nachbarschaft der Jones`. Da er als 19jähriger Sexualkontakte mit einer 14jährigen hatte, ist er als Sexualverbrecher vorbestraft und befürchtet, in Hinblick auf den Fall Sandra Jones ins Visier der Polizei zu geraten.

Ebenfalls als Zwischenspiel zu der fortlaufenden Handlung erfährt der Leser in kursiv gedruckter Schrift aus Vorkommnissen in der Vergangenheit von Sandra, von denen sie selber berichtet (es wird dabei nicht klar, ob sie lebt oder nicht): Sandra hatte eine schlimme Kindheit, ihre Mutter war gewalttätig und Alkoholikerin, ihr Vater hat sich nie durchsetzen und seine Tochter beschützen können. Sandra heiratete mit 19 Jason, bei dem sie sich beschützt fühlt, von dem sie aber keine körperliche Zuneigung und auch keinen Sex bekommt, so dass sie kurz nach dem ersten Lebensjahr von Ree anfing, fremd zu gehen.

Als die 24-Stunden-Frist vergangen ist – und damit die Chancen, Sandra lebend zu finden minimiert wurden – leitet D.D. die offizielle Untersuchung ein. Sie wendet sich an die Öffentlichkeit, um eventuell Informationen zu bekommen und bittet Jason darum, Ree von einer erfahrenen Kinderpsychologin befragen zu lassen, wozu er erstaunlicherweise sein Einverständnis gibt. Die Psychologin findet heraus, dass Ree – ein sehr intelligentes und reifes Kind – sehr offene Antworten gibt, sich aber verschließt, als es darum geht, dass an jenem Abend eine weitere Person im Haus war, als das Mädchen bereits schlafen sollte. Ree weiß etwas, will aber nicht damit rausrücken.

Ein weiteres Problem kommt auf Jason zu: Sandras Vater, der Richter Maxwell reist an und will das Sorgerecht für seine Enkelin. Dies ist etwas, das Jason verhindern muss, hat er doch seiner Frau versprochen, den Großvater niemals in die Nähe des Mädchens zu lassen. Als ob seine Probleme nun nicht genug wären erfährt er von D.D. Warren auch noch, dass Sandra schwanger war und sich von einem ihrer Schüler, Ethan, in das aufspüren gelöschter Dateien am PC einführen hatte lassen. Hat Sandra etwa sein Geheimnis entdeckt und ihn deswegen verlassen?

Die Dinge kommen nun immer mehr ins Rollen. D.D. findet im Laufe ihrer Ermittlungen heraus, dass Ethan seinen Onkel Wayne um Hilfe gebeten hatte, um die von ihm so verehrte junge Lehrerin vor ihrem vermeintlich gefährlichen Ehemann zu schützen. Wayne Reynolds arbeitet als Computerspezialist bei der Polizei und auch wenn es zwischen ihm und Sandra zu keinem sexuellen Kontakt kam wird doch schnell klar, dass er mehr als nur Freundschaft für sie empfunden hatte.

Aidan verliert nicht nur aufgrund eines Polizeibesuchs an seiner Arbeitsstelle seinen Job, er wird auch von Kollegen bedroht, die ihn zusammenschlagen wollen und denen er nur knapp entkommt. Sein Leben muss er allerdings dennoch lassen, als ein Unbekannter in seine Wohnung eindringt und ihn erschießt – zur gleichen Zeit telefoniert D.D. mit Wayne, der ihr mitteilt, Ethan habe sich in den Familiencomputer der Jones´ eingehackt und herausgefunden, dass Jason diesen in der Zeitungsredaktion versteckt hat. Während dieses Gesprächs muss D.D. mit anhören, wie Wayne seinen Wagen anlässt, was die Explosion einer Autobombe auslöst.

Ebenfalls um diesen Zeitpunkt herum erlebt Jason eine große Überraschung: seine Frau steht ganz in Schwarz gekleidet plötzlich in ihrem gemeinsamen Haus vor ihm. Er verlangt, die Wahrheit zu erfahren und Sandra erklärt ihm alles: sie hatte ihn in Verdacht, ein Kinderschänder zu sein, da sie im Papierkorb des Familien-PC´s ein Foto von einem misshandelten Jungen gefunden hatte. Mittlerweile war ihr aber klar geworden, dass es sich bei dem Jungen um ihren Mann selber gehandelt hatte, der entführt und missbraucht worden war von einem Mann, der auch solche Fotos zum Verkauf schoss. Vor Wayne jedoch hatte sie Angst bekommen und er war es auch gewesen, der in der Nacht damals mit einem Baseballschläger eingebrochen war. Sie konnte ihn zwar von ihrer Tochter ablenken und ihn vertreiben, hatte sich danach aber versteckt gehalten, um ihre Familie nicht weiter in Gefahr zu bringen. Während Sandra dies alles erzählt, hört das Paar Geräusche – jemand ist ins Haus eingedrungen. Sandra versteckt sich in einem Wandschrank und Jason sieht sich seinem Schwiegervater gegenüber stehen, der ihn bedroht und erschießen will, um Ree in die Hände zu bekommen. Max war es auch gewesen, der Aidan getötet hatte und diesen Mord seinem Schwiegersohn unterschieben will, um ein Handeln in Notwehr glaubhaft zu machen.

Jason versucht, Max die Pistole zu entreißen, was leider schief geht, die Waffe fällt zu Boden, während unten bereits die Polizei an die Türe hämmert. Max muss nun mit Erstaunen feststellen, dass sein Tochter lebt, als diese aus dem Schrank tritt, sich die Waffe nimmt und auf ihren Vater richtet: er hatte seine Frau damals getötet, er war es gewesen, der seine Tochter missbraucht hatte und er will nun seine Enkelin für die gleichen Dinge in seine Gewalt bringen – Sandra erschießt ihn ohne zu zögern.

 

 

D. D. Warren ist frustriert: die vermisste Frau ist wieder da, Jason Jones´ ist entlastet, der Fall scheinbar aufgeklärt – wäre da nicht der Familiencomputer verschwunden und würde Ethan, den sie deswegen verdächtig nicht hartnäckig leugnen, etwas damit zu tun zu haben.

Sandra hingegen, die das letzte Wort in diesem Roman hat ist glücklich: endlich kann sie ein unbelastetes Leben mit ihrem Mann, ihrer Tochter und dem Ungeborenen beginnen… und niemand wird je erfahren, dass nicht Max, sondern sie es war, die Wayne getötet hat.

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