Etwas seltsames ist auf unserer Erde geschehen. Niemand weiß genau was es war. Doch das Resultat des Ereignisses ist für jeden Menschen sichtbar. Auf der ganzen Welt sind insgesamt sechs, sogenannte, Zonen entstanden. Gebiete, in denen weder physikalische noch natürliche Gesetze gelten. Gebiete, die wie magisch wirken. Gebiete, wie aus einer anderen Welt. Die Zone zieht viele Menschen an, Wissenschaftler, ebenso wie Schatzgräber (im russischen Original Stalker genannt, eine Bezeichnung auf die man anscheinend in der deutschen Übersetzung aufgrund der in Deutschland geltenden Assoziation mit dem Wort verzichtet hat). Jeder hat andere Interessen an der Zone. Während die Wissenschaftler ihrem Berufsstand nachkommen und forschen wollen, am besten soviel wie möglich über die Entstehung der Zone und ihr Wesen selbst in Erfahrung bringen wollen, geht es den Schatzgräbern vor allem um die in der Zone zu findenden Artefakte, welche ganz eigenen Regeln zu folgen scheinen und außerhalb der Zone bei den richtigen Käufern viel Geld einbringen. Doch die verschiedenen Artefakte aus der Zone zu holen, ist ein lebensgefährliches Unterfangen. Nicht nur, weil die Zonen von der UN strengstens bewacht und nur für Personal aus den Bereichen der Regierung und Wissenschaft zugänglich sind, sondern auch weil die Zonen ihre ganz eigenen Regeln folgen.
Auch in der Stadt Harmont ist eine Zone entstanden. Viele vermuten, die Zone ist durch den Besuch außerirdischen Lebens entstanden. Doch wenn, was wollten die Außerirdischen auf der Welt? Warum waren sie so schnell wieder weg? Haben sie die Zonen bewusst entstehen lassen, oder waren sie nur Reaktion auf den Besuch? Fragen, die Roderic Schuchart nicht allzu sehr interessieren. Er ist Schatzgräber und vor allem am Geld interessiert, das er mit den Artefakten aus der Zone machen kann. Doch Roderic Schuchart, von den meisten nur „Red“ genannt, hat die Folgen der Zone selbst zu spüren bekommen, so ist seine Tochter, wie viele andere Kinder auch, missgebildet auf die Welt gekommen. Lediglich ihre Bezeichnung als „Äffchen“ gibt Indizien, auf die Schwere dieser Missbildungen.
Dies belastet Roderic Schuchart und seine Frau durchaus, doch da das Kind sehr aufgeweckt und glücklich sind, und dank der Tätigkeit des Vaters immer genügend Geld im Hause ist, haben die Drei ein insgesamt doch recht angenehmes leben. Wäre da nicht die Schutzpolizei, die Jagd auf die Schatzgräber und somit auch auf Red macht. Tatsächlich wird er auch immer wieder geschnappt und muss mehrere Monate im Gefängnis verbringen. Doch das hält ihn nicht davon ab in die Zone zurückzukehren. Zu anziehend ist dieses mystische Gebiet, zu gut lässt sich mit den Artefakten Geld machen.
Vor allem ein Artefakt ist sehr begehrt, obwohl niemand einmal wirklich weiß ob es tatsächlich existiert. Die „goldenen Kugel“ nämlich soll die ernsten Wünsche ihres Finders erfüllen. Allerdings sind schon viele Schatzgräber auf der Suche nach der Kugel gestorben. Red will es anders machen. Und tatsächlich gelingt es ihm am Ende des Buches, die Kugel ausfindig zu machen. Dabei muss er erkennen, das die Beschaffung des Artefaktes all die Bemühungen kaum gerecht war.
„Picknick am Wegesrand“ von Arkadi und Boris Strugazki gehört zu den bedeutendsten Science-Fiction Romanen aus Russland und ist selbst heute, über vierzig Jahre nach dem ersten erscheinen, noch ein äußerst beliebtes Werk unter Freunden des Genres. Es ist kein typisches, mit Klischee spielendes Buch, wie so viele andere vor ihm und nach ihm. Vor allem der gesellschaftskritische Kontext lässt das Buch aus der Maße hervorheben, ein Umstand, welchen auch Stanisław Lem einst hervorgehoben hat. Auch ist das Buch so wichtig, da es den Film „Stalker“ von Andrej Tarkowski maßgeblich als Inspirationsquelle diente. Zwar ist die deutsche Übersetzung mitunter ziemlich schusselig geworden, trotzdem gehört „Picknick am Wegesrand“ zu jenen Werken, die man als Freund des Science Fiction Genres eigentlich gelesen haben sollte. Darüber hinaus, kann das Buch auch denen gefallen, die in der Regel mit Genre nicht allzu viel anfangen können.
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