Paul Flemming lebt in Nürnberg und ist freier Fotograf, der auch für die Presse arbeitet. Von dem Polizeireporter Blohfeld, einem nicht besonders sympathischen Zeitgenossen, wird er an einen Tatort gerufen: in seiner noblem Villa wurde der millionenschwere Rostbratwurst-Fabrikant Hans-Paul Wiesinger erschossen. Dort angekommen trifft Paul auf Katinka Blom, ermittelnde Staatsanwältin und alte Schulfreundin von Paul. Diese erzählt ihm, dass das Sicherheitssystem keinen Alarm geschlagen hat, eine Scheibe aber eingeschlagen wurde – man geht momentan noch davon aus, dass Wiesinger von einem Profi-Einbrecher ermordet wurde, den er überrascht hat. Während die Beamten noch ermitteln und Paul seine Fotos macht, treffen Andi Wiesinger und seine Frau Doro ein. Der Fabrikantensohn hat vor einigen Jahren die Geschäfte übernommen, ist ein Playboy und Lebemann, betrügt seine Frau regelmäßig und hat ein äußerst nüchternes Verhältnis zu seinem Vater, der die Finger immer noch nicht von der Firma lassen kann und will. Der junge Wiesinger hat allerdings ein Alibi, wie er behauptet: er komme direkt aus München, wo er und seine Gattin am Vorabend die Vernissage einer Freundin beehrt hatten.
Katinka bittet Paul, hin und wieder nach ihrer Tochter Hannah zu sehen, die als Studentin kürzlich eine eigene Wohnung zusammen mit einer französischen Mitbewohnerin - Antoinette – bezogen hat. Paul ist nicht begeistert, sagt Katinka aber seine Hilfe zu. Als er seinen Freund, den Gourmetkoch und Restaurantbesitzer Jan-Patrick zu einer Einkaufsfahrt begleitet, trifft er unterwegs Hannah und lernt Antoinette kennen, die sofort einen Flirt mit dem doppelt so alten Mann beginnt.
Tags darauf erhält Paul überraschenden Besuch von Katinka. Vom Fenster aus sieht er zu, wie sie ihren Mini einparken will und dabei von einem LKW gerammt wird, der zielgerichtet auf das kleine Auto gesteuert wurde. Als Paul die Treppe herunter rennt und die Straße erreicht, ist aber kein Fahrer mehr zu sehen. Paul und Katinka müssen davon ausgehen, dass es sich um einen Anschlag auf Katinka gehandelt hat, für den sie sich aber keinen Grund erklären kann. Sie erzählt dem Fotografen, dass sie im Fall Wiesinger keine Spuren haben und zwar nicht die geringsten, was die Sache in einem seltsamen Licht erscheinen lassen, da Einbrecher – und seien sie auch noch so gut – immer irgendwelche Spuren hinterließen, die die modernste Technik aufspüren kann.
Jan-Patrick verhilft Paul zu einem großartigen Auftrag: Andi Wiesinger möchte, dass Paul neue Informationsbroschüren für ihn herstellt. Um das Geschäft zu besprechen, trifft Paul ihn in einem angesagten Club, zu dem ihn Hannah begleitet, da sie ihm mit Insiderwissen über die dortige Gesellschaft helfen kann. Paul merkt schnell, dass diese Welt ihm nicht sympathisch ist, der Auftrag kommt ihm aber sehr gelegen.
Am nächsten Tag wird Paul von dem alten Chauffeur der Wiesingers, Herrn Schönberger, abgeholt. Andi Wiesinger will das Projekt in die Gänge bringen und bestellt Paul zu sich. Bei der Besichtigung der Wurstfabrik bleiben Paul diverse Räume verschlossen, bis Andi die Betreuung des Fotografen an seine Frau Doro übergibt, die ihn in die heiligen Hallen der Produktion lässt und ihm ganz nebenbei ein eindeutiges Angebot macht, das Paul aber diplomatisch ausschlägt. Als er die Firma verlässt, wird er von einer Mitarbeiterin angesprochen, die ihm mitteilt, dass es in der Firma nicht mit rechten Dingen zugeht, ihm aber keine konkreten Details nennen will.
Weitere Aufgaben stehen an: Paul versucht Blohfeld zu erreichen, erfährt aber, dass dieser derzeit nicht in der Redaktion sei und einen neuen Vorgesetzten – Gernot Basse – vor die Nase gesetzt bekommen hat, der versucht, den altgedienten Reporter auszubooten. Ein Besuch beim Vorsitzenden des fränkischen Heimatsbunds bringt ihn ebenso wenig weiter wie ein Gespräch mit seinem Freund Jan-Patrick. Nach dem Besuch des Gastronoms findet Paul jedoch sein Fahrrad total zerstört vor dem Restaurant wieder, was ihn an den Anschlag auf Katinka erinnert. Den Gedanken daran vorerst abschüttelnd, macht er sich an die Arbeit für einen weiteren Auftrag, den er von der Stadt Nürnberg bekommen hat: er soll die mittelalterlichen unterirdischen Gänge, die ganz Nürnberg unterziehen dokumentieren. Dafür nimmt er sich Hannah und Antoinette als Assistentinnen mit – während Hannah begeistert dabei ist, scheint Antoinette etwas zu bedrücken, mit dem sie in Hannahs Anwesenheit anscheinend nicht heraus rücken will. Paul weiß daher nicht, ob es mit ihrem neuen Job als Praktikantin bei Blohfeld und der Zeitung zu tun hat und kann sich auch die tiefen Schnitte, die Antoinette auf den Handflächen hat nicht erklären, als die drei sich trennen.
Nach einer kurzen Nacht wird Paul an den Schauplatz eines weiteren Verbrechens gerufen: mit Entsetzen stellt er fest, dass es sich bei der vergewaltigten und ermordeten Joggerin um Antoinette handelt. Im Verdacht steht Blohfeld, wie es Basse seinen Fotografen mit gespielter Loyalität wissen lässt, da ein Halstuch von der Art, wie der alte Reporter sie trägt am Tatort gefunden wurde. Dieser taucht später plötzlich in Pauls Wohnung auf, bittet um Asyl und darum, dass Paul für ihn herausfindet, wer Antoinette wirklich getötet hat und ihn so entlastet. Paul ist nicht begeistert, stimmt aber widerstrebend zu, zumal auch er wissen will, warum und durch wen die junge Französin sterben musste. Er fährt zu Hannah, um das Zimmer Antoinettes auf den Kopf zu stellen und eventuell neue Hinweise zu finden, die er auch in entdeckt: Hannahs Mitbewohnerin hatte kurz vor ihrem Tod einen Brief an ihre Tante nach Frankreich geschrieben, der unterfrankiert war und deswegen zurück an den Absender ging. Aus diesem Brief erfährt Paul Ungeheuerliches: Antoinette war die uneheliche Tochter Hans-Paul Wiesingers, hervorgegangen aus einer Urlaubsliebelei. Nachdem ihre Mutter gestorben war, wollte sie ihren Vater mit ihrer Existenz konfrontieren, suchte Wiesinger in seiner Villa auf und geriet mit ihm in einem Streit, als dieser seine Tochter nicht anerkennen wollte. Während dieser Begebenheit kam jemand ins Haus, Wiesinger befahl Antoinette sich zu verstecken, sprach mit einer Person, die sie nicht sehen konnte und die den Würstchenfabrikanten ermordete. Seitdem fühlte sich die Französin in Gefahr, hatte Angst um ihr Leben und wollte nur noch bis zur Testamentseröffnung bleiben – ein naiver Fehler wie sich herausstellte.
Hannah ebenfalls fest entschlossen, Antoinette Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Eines Nachts überwacht sie mit Paul die Fabrik der Wiesingers und kommt so hinter einen handfesten Skandal: Andi Wiesinger produziert nicht oder zumindest kaum selber, sondern lässt billige Würstchen im Ausland herstellen und anliefern, die er dann verpackt und als original Nürnberger Rostbratwürste verkauft. Das macht ihn zwar nicht zum Mörder, zeigt aber wieder einmal, wie viele Skelette die Wiesinger-Familie im Keller hat.
Katinka informiert Paul über eine Neuigkeit bei den Ermittlungen: Doro Wiesinger war in der Mordnacht nicht in München, sondern wurde bei Nürnberg auf der Autobahn geblitzt. Als sie von ihrem Mann Andi darüber aufgeklärt wird, dass sie in Schwierigkeiten steckt, versucht die gebürtige Brasilianerin das Land zu verlassen und wird dabei festgenommen. Somit ist Blohfeld aus dem Schneider. Doro verweigert zwar zunächst die Aussage, dennoch scheint der Fall geklärt und Paul lädt Blohfeld, Katinka und Hannah zu einem Essen bei Jan-Patrick ein. Dort erhält Katinka einen Anruf: Doro hat den Mund aufgemacht, den Mord jedoch nicht gestanden. Sie war zwar in der Villa gewesen, hatte ihren Schwiegervater dort jedoch bereits ermordet aufgefunden. Nach dieser Nachricht ist die Stimmung dahin und die kleine Gesellschaft löst sich auf. Katinka fährt Paul nach Hause und erklärt sich dazu bereit, auf einen kleinen Absacker noch in seine Wohnung mitzugehen. Dort wartet allerdings eine unliebsame Überraschung auf die Beiden: der Chauffeur Schönberger, der sie mit einer Pistole bedroht. Der alte Mann stand jahrzehntelang loyal zu seinem Arbeitgeber, bekam aber nie eine Anerkennung, weder in Form einer Gratifikation noch durch nette Worte. Als er nun kurz vor der Rente Dokumente entdeckte, die die dunklen Machenschaften in der Würstchenproduktion beweisen würden, suchte er damit Wiesinger auf, um eine kleine Aufstockung seiner schmalen Rente zu erhalten. Dieser lachte ihn jedoch nur aus, so dass der Chauffeur voller Wut mit einem Wagenheber dem Leben Wiesingers ein Ende setzte. Antoinette musste sterben, weil Schönberger sie beim Verlassen des Hauses gesehen und erkannt hatte. Und auch Katinka und Paul sollen nun erschossen werden, weil er sich durch ihre Ermittlungen bedroht fühlt. Katinka wird auch getroffen, Paul aber kann fliehen. Von Schönberger verfolgt flüchtet der Fotograf in die unterirdischen Gänge Nürnbergs, wo es ihm gelingt, den Mörder in eine Falle zu locken: Schönberger stürzt in einen alten Eisschacht und bleibt schwer verletzt dort liegen. Paul begibt sich wieder ins Freie und ruft einen Notarzt für Katinka, die dadurch das Attentat überlebt – sechs Wochen später kommt sie aus dem Krankenhaus und schafft es endlich, Paul dazu zu bringen, sie zu küssen… Happy End!
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