Sammy und die Minimonster. Geschrieben von Sylvia Heinlein und illustriert von Franziska Harvey.
Wer ist schuld, wenn die Tasse mit dem Kaba umfällt. Sammy? Nee, ist doch sonnenklar, dass es der Glitschfisch war. Zumindest Sammy weiß genau, wer für die Knicke und Schmierereien in den Schulheften, die verlorenen Turnbeutel und die Kabapfützen verantwortlich ist - die Murksler, kleine Minimonster.Wie schon so oft gerät Sammy eines Morgens in Hektik, als er feststellt, dass sein Turnbeutel verschwunden ist. Ganz klar, der Grammler muss ihn sich geschnappt haben. Der Grammler, das ist ein kleiner Dicker mit mürrischem Gesichtsausdruck, der einen einen Bollerwagen hinter sich herziehend durch die Wohnung wandert und alles einsammelt was herumliegt und ihm gefällt. Sammy hat ihn zwar noch nie gesehen, aber da so oft etwas auf nimmer Wiedersehen verschwindet, kann es überhaupt nicht anders sein. Zu schade, dass Ambra, seine Schwester, genauso wenig von der Existenz der Minimonster überzeugt ist wie seine Mutter. In Sammy reift der Wunsch, ihnen zu beweisen, dass es die Murksler gibt. Den Turnbeutel findet er schließlich unter seinem Bett. Vor der Turnhalle wird er von seinem Freund Bo erwartet. Bo zweifelt nicht an Sammys Geschichten, im Gegenteil, seine eigenen Fantasien sind nicht weniger wild. An diesem Morgen hat er einen Mann beobachtet, der ausgesprochen verdächtig ausgesehen hat. Schwarzer Mantel und schwarzer Bart, einen Koffer in der Hand, ist er in ein Haus gelaufen. Bo ist sicher, dass er einen Bankräuber auf der Flucht entdeckt hat. Nach der Schule verschwindet Sammy gleich in seinem Zimmer um ein Bild vom Knitterfax zu malen. Mama erscheint jedoch bereits kurze Zeit später in seiner Zimmertüre, erbost, weil er mit dreckigen Schuhen durch die Wohnung gegangen ist. Ambra steht hinter ihr und grinst. Sammy ist empört. Zwar hat er seine Schuhe tatsächlich an, dass lässt sich nicht abstreiten, doch für den Schmutz auf dem Fußboden ist der Spuckmutz verantwortlich. Klein, haarig und böse, rund und mit zotteligem Pelz bedeckt, rollt der Spuckmutz überall herum und spuckt Dreck durch seine Zahnlücke.Sammy bekommt Fernsehverbot und muss mit Mama in der Küche seine Hausaufgaben machen. Es wird weitergemeckert, weil der Knitterfax die Hefte verknittert und an den Ecken eingerissen hat, zu allem Überfluss sorgt der Glitschfitsch dafür, dass Sammy seinen Kaba umkippt. Mama ist sauer. Ambra, die ewig ordentliche Schwerster feixt und amüsiert sich auf Sammys Kosten.Nach dem Sammy mit den Hausaufgaben endlich fertig ist und zurück in sein Zimmer geht, entdeckt er einen Zettel, der unter sein angefangenes Bild vom Knitterfax geschoben wurde. Es ist eine Nachricht vom Knitterfax! Sammy kann es nicht fassen. Endlich hat er den Beweis dafür, dass es die Murksler gibt. Sofort wird Bo informiert, der auch gleich rüber kommt.Auf dem Zettel vom Knitterfax, mit vielen Rechtschreibfehlern geschrieben, hat der Murksler Sammy zu sich in den Keller eingeladen. Spinnen, Mäuse, Dunkelheit, all das bedeutet der Keller! Sammy hat keine guten Erfahrungen mit dem Keller gemacht. Aber allein die Möglichkeit, den Kintterfax zu fangen und seiner Mutter und Ambra zu beweisen, dass es die Murksler gibt, ist einfach zu verlockend. Sammy und Bo wagen sich in den Keller. Ein klein wenig hat Sammy ein schlechtes Gewissen, er beruhigt sich jedoch damit, dass er den Knitterfax schnell wieder in die Freiheit entlassen wird.Im Keller ist es dunkel, still und das Licht geht nach einer gewissen Zeit automatisch aus. Noch ist es hell, doch gerade als Sammy die alten Pantoffeln seines Vaters als perfektes Lager für den Knitterfax entdeckt, sich einen Pantoffel schnappt um den Murksler in ein mitgebrachtes Gurkenglas zu befördern, geht das Licht aus. Die Kellertüre schnappt zu. Grauseliges Geheule ertönt. Sammy und Bo geraten in Panik. Das Gurkenglas fällt zu Boden und zerschellt. Dann wird es wieder ruhig. Todesmutig tastet Sammy sich zum Lichtschalter vor und die beiden Jungen flüchten aus dem Keller.
Ein weiterer Zettel, den Sammy einen Tag später unter dem Bild des Knitterfax findet, lockt die beiden Jungen in das Kaufhaus. Diesmal ist es der Spuckmutz, der sich mit Sammy verabreden will. Im Kaufhaus räumen Bo und Sammy auf der Suche nach dem Murksler das komplette Regal mit den Schulheften aus. Eines der Hefte wird dabei beschmutzt und eingerissen. Der Verkäufer macht mächtig Ärger, verlangt, dass die Jungen das Heft bezahlen und droht damit, die Eltern zu informieren. Sammy ist den Tränen nahe. Eine alte Dame, erbarmt sich ijrer und bezahlt das Heft. Glück gehabt, doch Sammy ist fix und fertig. Aber mit Ausruhen ist nix; Mama verlangt, dass er seinen überquellenden Papierkorb nach unten bringt und den von Ambra noch dazu.Auf der Treppe nach unten fallen einige kleine Papierchen aus dem Papierkorb. Sammy entdeckt, dass es Ambra war, die ihm die Nachrichten der Murksler geschrieben hat. Seinen Rache wird fürchterliech und sie beschert Ambra verschwundene Gegenstände, beschmutzte Kleidung, -und zwar immer dann, wenn sie es eilig hat. Doch eines Tages geht Sammy zu weit. Ambra ist verzweifelt und weint. Die Geschwister sprechen sich aus und Sammy verspricht, keine Sachen mehr von ihr zu verstecken. Obwohl nach wie vor Dinge verschwinden, und er sicher weiß, dass er es nicht war, glaubt Sammy nicht mehr an die Minimonster. Bis, ja bis eines Tages Mama ihren Kakao umschüttet....und, sieht Sammy da nicht den Flischwitsch durch die braune Pfütze flitzen?
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