Das Werk "Schlafes Bruder", das von Robert Schneider geschrieben wurde, zählt heute oftmals zu den Standardlektüren in der gymnasialen Oberstufe und kann in die Kategorie des klassischen Bildungsromans eingeordnet werden. 1995 wurde das Buch von Joseph Vilsmaier verfilmt und dieser Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen.Als Hauptperson ist deutlich Johannes Elias Alder erkennbar, der in einem vorarlbergischen Dorf als unehelicher Sohn des Kurats unter Schmerzen von seiner Mutter, die mit Seff Alder verheiratet ist, geboren wird. Aufgrund der Tatsache, dass jener Elias nicht als ein gemeinsames Kind der Eheleute aufwachsen kann, erfährt er durch seine Mutter viel Ablehnung und Kälte. Auch ängstigt sich die Mutter vor Elias, lässt ihm gegenüber keinerlei körperliche Nähe zu und sperrt ihn sogar jahrelang in sein kleines Zimmerchen ein. Schon mit fünf Jahren bemerkt Elias, dass er ein übermäßig feines Gehör besitzt, das sich eben zu jener Zeit besonders herausbildet und durch ein extremes Hörerlebnis nahe eines Sees, färben sich seine Augen gelb. Von den anderen Kindern im Dorf gemieden und in der Schule getadelt, findet Elias in dem Sohn des Erzfeindes und Bruders seines Vaters, Peter, einen guten Freund, der ihn gleichermaßen bewundert, wie auch zu lieben beginnt. Elias interessiert sich jedoch weit mehr für Peters Schwester, Elsbeth, deren Herzschlag er schon vor ihrer Geburt hören konnte und wodurch er sich ihr für versprochen hält. Elias besitzt großes Talent in jeglicher musikalischer Hinsicht, er imitiert Stimmen, singt sehr klar und rein und übt sich heimlich im Orgelspiel nach den Gottesdiensten, hierbei hilft ihm der nicht von seiner Seite weichende Peter, der den Balg der Orgel tritt. Die Menschen im Dorf altern - der Kurat wird dement, der Organist Oskar Alder erhängt sich, weil er sich überflüssig fühlt und merkt, dass Elias ihn bei weitem in der Kunst des Orgelspielens überragt und der eifersüchtige Peter legt ein Feuer, aufgrund dessen sich allerdings Elias und Elsbeth annähern. Jedoch sein so spezielles Wesen macht es Elias unmöglich sich in die Gesellschaft des Dorfes zu integrieren und als Elsbeth noch den Bauerssohn Lukas heiratet und sich somit in ihr Schicksal fügt, beginnt Elias, nach starken Zweifeln über das Wirken Gottes und seine Pläne mit ihm, ein kaltes und liebloses Leben zu führen. Ein durchreisender Domorganist lädt den überaus talentierten jungen Musiker zu einem Orgelwettbewerb in eine benachbarte Stadt ein und Elias verlässt diese als gefeierter Organist, der nur durch die Überredungskünste von Peter überhaupt dorthin gegangen ist. Elias nimmt sich die Worte eines Wanderpredigers zu Herzen und beschließt nicht mehr zu schlafen, denn "wer liebt schläft nicht". Peter wird nun Zeuge eines Selbstmordes und begräbt schließlich den Visionär, denn Elias hält sich mit Tollkirschen wach und stirbt letztendlich daran.
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