Richard Adams zweiter Roman ist im Beklanischen Reich, einer fiktiven Welt, die größtenteils von tropischem Klima gekennzeichnet wird, angesiedelt. Ihren Ausgangspunkt nimmt die Erzählung in Ortelga, einer Region am Rande des Reiches, wohin sich das einstmals über die Hauptstadt Bekla herrschende Volk der Ortelganer nach einem Machtwechsel zurückgezogen hat. Im Zentrum des religiösen Glaubens der Ortelganer steht Shardik, ein gewaltiger Bär, der die göttliche Kraft symbolisiert, und der bei ihrer Vertreibung vor vielen Jahren ums Leben kam. Seither ist es die Aufgabe der religiösen Führerin der Ortelganer, genannt die Tuginda, mit ihrem Priesterinnenorden alles für die Rückkehr des Bären vorzubereiten, doch inzwischen ist die Hoffnung auf dieses Ereignis fast erloschen.
Als dem jungen, exzentrischen Jäger Kelderek im Wald von einem riesenhaften Bären das Leben gerettet wird, ist er fest entschlossen, nur der Tuginda höchstpersönlich die Nachricht von Shardiks Rückkehr zu überbringen. Da es jedoch in Ortelga Pflicht jedes Jägers ist, genau über die Geschehnisse außerhalb des Dorfes zu berichten, wird er vom Stammesführer Bel-ka-Trazet verhört und, nachdem er beharrlich schweigt, mit dem Leben bedroht. Nur durch Glück wird Kelderek gerettet, da eine Nachricht der Tuginda eintrifft, die nach Bel-ka-Trazet schickt. Da die Tuginda den ortelganischen Männern nur als mit einer Bärenmaske verhüllte Gestalt bekannt ist und allgemein gefürchtet wird, fordert Bel-ka-Trazet Kelderek auf, ihn nach Quiso, auf die Insel der Priesterinnen, zu begleiten, um zu sehen, ob Kelderek an der Glaubhaftigkeit seiner Botschaft zu zweifeln beginnt. Dort erscheint die Tuginda nicht in ihrem üblichen Ritualgewand, sondern als gewöhnliche Frau, weshalb sie von Kelderek anfangs mit einer Dienerin verwechselt wird. Entgegen der Annahme der Männer ist sie darüber jedoch nicht erzürnt, sondern offenbart sich als bodenständige, kluge Frau, der nicht viel an ihrem besonderen Rang liegt. Auch sie selbst hat Zeichen für die Rückkehr Shardiks entdeckt und nimmt Keldereks Erzählung daher ernst. Dem jungen Jäger vertraut sie außerdem an, dass laut einer Weissagung ein Mann und eine Frau durch Shardik "zerschlagen" und als sein Werkzeug neu geformt werden sollen - Kelderek und sich selbst sieht sie in diesen Rollen.
Als die Priesterinnen und die beiden Männer sich auf die Suche nach Shardik machen, finden sie den Bären tatsächlich schwer verwundet im Wald. Er wird von der Tuginda gesund gepflegt und fortan von den Frauen begleitet, aus deren Reihen immer wieder eine durch seine unvorhersehbaren Wutanfälle getötet wird. Obwohl die meisten tapfer zu ihrem Glauben stehen, können manche ihre Angst kaum beherrschen und so flüchtet unter anderem die junge Priesterin Melathys aus ihren Diensten.
Bald haben auch die übrigen Ortelganer von der Rückkehr des Gottesboten gehört und deuten seine Rückkehr als Zeichen dafür, wieder in den Krieg gegen die "Besetzer" Beklas zu ziehen. Da Bel-ka-Trazet ein Scheitern ihres Angriffes vorhersieht und dies verhindern möchte, versucht er Shardik zu töten, wird jedoch im letzten Augenblick von Kelderek aufgehalten und muss fliehen. Triumphierend ziehen die Ortelganer aus, um die einstmals verlorene Hauptstadt zurückzuerobern, doch ihr Mut schwindet, als Shardik nicht mit ihnen kommt, sondern weiter - von seiner tierischen Natur veranlasst - durch die Wälder trottet ohne dem Kriegsgeschäft der Menschen Aufmerksamkeit zu schenken. Von dem ehrgeizigen Baron Ta-Kominion angestiftet, lässt Kelderek Shardik in einen Käfig sperren und so nach Bekla bringen. Die Tuginda, die sich gegen diese Entscheidung stellt, wird von Ta-Kominion zurück nach Quiso geschickt und dort festgehalten. Tatsächlich geht die Kriegslist auf und die Ortelganer stürmen, von Shardiks Anwesenheit ermutigt, Bekla, wo Kelderek als ihr Priesterkönig den Thron besteigt.
Jahre vergehen, doch Kelderek ist nicht mit dem Erreichten zufrieden. Während die meisten Ortelganer aus dem Wunsch nach Macht oder Besitz gehandelt haben, begehrt er immer noch nichts weiter als die Erleuchtung durch den Bären und er verbringt jeden freien Augenblick bei dem eingesperrten Shardik, der ihm wie durch ein Wunder nichts zuleide tut. Trotz der uneingeschränkten Macht der Ortelganer über das gesamte Reich, regt sich bereits Widerstand, vorallem gegen den zur Wirtschaftsförderung wieder eingeführten Sklavenhandel. Wieder ist es Kelderek, der im letzten Augenblick einen Anschlag auf Shardik verhindert, wobei der Spion Elleroth festgenommen und zu Tode verurteilt wird. Kelderek ist das zwar zuwider, doch er überlässt alle politischen Entscheidungen seinen Untergebenen, ohne einzugreifen.
Bei der Hinrichtung bricht unvermutet ein Feuer aus und sowohl Shardik als auch Elleroth entkommen. Kelderek folgt dem Bären in die Wildnis, wo er sich monatelang an seine Fersen heftet, ohne dass die erbetene Verstärkung eintrifft. So gelangt er ohne davon zu wissen zu den Streels von Urtah, tiefen Tälern im umgrenzenden Flachland, zu denen es nach einer Legende mit bösen Taten belastete Menschen zieht, die nicht mehr lebendig aus den Streels entkommen. Kelderek glaubt lockende Stimmen aus den Tälern zu hören und will hinuntersteigen, wozu es jedoch nicht kommt. Shardik hingegen schläft einige Stunden in den Streels und kehrt lebendig wieder - ein Zeichen dafür, dass sein nun sicherer Tod zuvor noch einem göttlichen Ziel dienen soll.
Am Ende seiner Kräfte begegnet Kelderek schließlich einer Schar Soldaten, die er für seine eigenen hält. Von ihnen wird er zu ihrem Hauptmann gebracht, der sich zu Keldereks Schrecken als Elleroth herausstellt. Er erfährt, dass Bekla umkämpft wird und die ortelganische Herrschaft sich ihrem Ende zuneigt. Da Elleroth glaubt, Kelderek selbst sei in den Streels gewesen und müsse nun seinen Tod durch göttliche Bestimmung finden, lässt er ihn zum großen Missfallen seiner Gefolgsleute frei und Kelderek flüchtet in die Stadt der Verbrecher und Ausgestoßenen, nach Zeray. Dort trifft er auch auf die von Quiso entkommene Tuginda und die geflohene Priesterin Melathys, in die er sich verliebt. Er versteht nun sein falsches Handeln und gibt Shardik die Schuld dafür. Da er weiß, dass Melathys dem Bären immer noch zu treu ergeben ist, um mit ihm aus dem Beklanischen Reich zu fliehen und ein neues Leben zu beginnen, beschließt er, Shardik zu töten. Ehe es jedoch dazu kommt, wird er von dem skrupellosen Sklavenhändler Genshed gefangengenommen, in dessen Händen sich auch unter einigen anderen Kindern Elleroths Sohn Radu befindet. Von den Soldaten in die Enge gedrängt kommt es schließlich zum Äußersten und Genshed will Kelderek und die gefangenen Kinder töten, doch Shardik taucht im letzten Augenblick auf und stellt sich ihm entgegen. Bei dem entscheidenden Kampf sterben der Bär und Genshed und die Kinder werden von Elleroths Gefolgsleuten gefunden. Kelderek wird aufgrund seiner Freundschaft zu Radu und seiner Aufopferung für die gefangenen Kinder begnadigt und widmet sich als Fürst von Zeray gemeinsam mit Melathys dem Aufbau der Stadt zum wichtigen Handelspunkt. Ihm gelingt es als Erstes, eine Schifffahrtsverbindung über den begrenzenden Fluss zu errichten und dadurch Handelsbeziehungen zu dem bislang unbekannten Land dahinter zu knüpfen. Von Shardiks Opfer für die Kinder ermutigt, setzt er sich auch dafür ein, Waisenkindern, die aus der Obhut von Sklavenhändlern befreit wurden, in Zeray ein neues Heim zu geben.
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