Sommerglanz Zusammenfassung

Petersburg im ersten Weltkrieg: die adelige Familie Gratzinsky – der Vater ist gefallen – muss fliehen und erreichen England. Der mehr als wertvolle Familienschmuck, der der Familie den Lebensstandart sicher sollte ist verloren, da die alte Amme Njanka, die ihn als unverdächtige Person verwahrt hatte, nie beim ausgemachten Treffpunkt eingetroffen war. Deswegen kann nur der jüngere Sohn Peter eine renommierte Schule besuchen, während die Gräfin bei der englischen Hauslehrerin Pinny wohnt und Tochter Anna sich eine Stelle als Hausmädchen sucht.

Als Anna auf dem Landgut Mersham der gräflichen Familie Westerholm eintrifft, wird sie zunächst vom Haushund Baskerville, einem Mastiff verbellt. Sie nähert sich vertraulich dem versnobten Tier, der ihr sofort verfällt und fortan nicht mehr von der Seite weicht. Etwas schwerer hat sie es mit dem Butler Proom und der Hausdame Mrs. Bassentwaithe, die skeptisch sind: trotz ihres korrekten Äußeren und der passenden Art, sich zu verhalten hat Anna irgendetwas an sich, das den alteingesessenen Angestellten das Gefühl gibt, sie wäre nicht am richtigen Platz. Da die neuen Angestellten aber nur vorübergehend engagiert werden sollen, um das alte, seit einer Weile nur halb bewohnte Gemäuer für die Ankunft des Grafen Rupert und dessen Hochzeit auf Vordermann zu bringen, bekommt Anna eine Chance, die sie bestens ergreift. Sie fügt sich hervorragend in den Haushalt ein, ist bei jedermann beliebt und scheut keinerlei Arbeit. Auch die Gräfinwitwe und der alte Onkel Sebastian, die im Haus leben kann Anna für sich einnehmen, sie kommt sogar mit der greisenhaften, schwierigen und bettlägerigen Mutter des Butlers zurecht, die sich seit Annas Anwesenheit und durch ihre Gesellschaft nicht mehr gar so schlimm benimmt.

Rupert, der Graf Westerholm ist der jüngere Sohn der Familie. Nachdem sein Bruder George gefallen ist, ist er der Erbe Merchams und verantwortlich für den Erhalt des Guts. Da nicht genug Geld da ist, um es nicht verkaufen zu müssen, kommt es gerade Recht, dass Rupert die bürgerliche, aber reiche Muriel heiraten will. Diese hatte ihn nach einer schweren Verwundung im Lazarett gepflegt und als perfekten Heiratskandidaten erkoren, ihn so lange umgarnt, bis er – nicht ganz Herr seiner Sinne – ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte. So reist nun Rupert voraus, um die Dinge auf Mercham für die Ankunft seiner Braut vorzubereiten. Auch er ist bei seiner ersten Begegnung mit Anna fasziniert, denkt aber nicht weiter über sie nach, da er sich seines Glücks mit Muriel sicher ist.

Auch Muriel ist sich sicher: sicher, mit ihrem Geld das Sagen zu haben, sicher, die Dinge nach ihren Ansichten und ihrem Willen regeln zu können und sicher, Rupert fest im Griff zu haben, auch vor der Hochzeit schon. So beginnt sie bereits gleich nach ihrer Ankunft in Mercham, alles nach ihren Ansichten zu gestalten und diese Ansichten sind nicht die besten. Sie ist glühende Anhängerin von Dr. Lightbody, einem Mann, der die Eugenik propagiert, die Lehre davon, dass alles Minderwertige, Verkrüppelte und Unschöne in der Gesellschaft ausgemerzt werden muss. Diesem Doktor will Muriel in Mercham auch Raum geben, um dort und von dort aus seine Lehren zu verbreiten.

Schon bald nach ihrer Ankunft stößt sie einen nach dem anderen vor den Kopf: so hasst sie zum Beispiel Tiere, was sie dem Tierfreund Rupert auch gleich zu verstehen gibt. Die kleine Ollie, Schwester von Ruperts Freund Tom, die sich auf ihre Tätigkeit als Brautführerin unbändig freut, wird von ihr zutiefst verletzt, als Muriel erfährt, dass Ollie ein zu kurzes Bein hat und sie dem Kind deutlich zu verstehen gibt, dass sie keine „verkrüppelte“ Brautführerin haben möchte. Eine befreundete jüdische Familie wird von Muriel durch die Blume wieder ausgeladen und nach und nach wird auch dem letzten – sogar Rupert – klar, dass ganz neue und schlechte Zeiten anbrechen.

Rupert weicht allem aus, ist ihm doch bewusst, was für einen Fehler er gemacht hat, dass er sich jedoch an sein Versprechen gebunden fühlt und nicht zurück kann. Dass er sich mittlerweile in Anna verliebt hat, spielt keine Rolle und macht ihm die Sache nur noch schwerer. Auf dem Verlobungsball kommt durch einen Zufall heraus, dass Anna eine russische Komtess und alles andere als von niederer Herkunft ist: ihr Bruder Petja ist als Freund von Toms jüngerem Bruder eingeladen und freut sich unbändig, als er Anna wiedersieht, die als Bedienung auf dem Ball anwesend ist. Um Anna nicht bloß zu stellen und Petja die Wahrheit zu ersparen, behandeln die Menschen, die die Russin lieben als Gast. Nach einem Tanz bei einem kurzen Aufenthalt im Garten gestehen sich Rupert und Anna  ihre Liebe, wohl wissend, dass diese keine Erfüllung finden kann. Anna flüchtet anschließend vom Ball, lässt sich von ihrem Cousin Sergej trösten, der als Chauffeur einer aristokratischen eingeladenen Familie vor dem Haus wartet. Rupert sieht die beiden und denkt, sie seien ein Liebespaar.

Während Anna nach London zu ihrer Mutter und Prinny abreist, sind die Hochzeitsvorbereitungen im vollen Gange. Butler Proom versucht, die Hochzeit zu verhindern, leiht sich dafür eine immense Summe Geld und erzählt Dr. Lightbody, die Familie Westerholm sei mit geistesgestörten Verwandten gestraft. Dieser ist zwar entsetzt, handelt aber nicht, der Plan scheint gescheitert. Während der Hochzeit hält der verblendete Eugeniker es aber nicht mehr aus und erhebt Einspruch: er erzählt der Braut, dass im Gartenhaus der Westerholms irre Verwandte eingesperrt wären. Rupert versteht die Welt nicht mehr, seine Mutter jedoch spielt mit und als Muriel Beweise will, begibt sich die Gesellschaft zum Gartenhaus. Dort hat Proom mit etwas Erpressung und viel Geld einen Neffen der Gräfin – das schwarze Schaf der Familie – dessen Frau und Kinder untergebracht, die nun ein Schauspiel wahren Irrsinns veranstalten. Muriel reist daraufhin erbost in Gesellschaft von Dr. Lichtbody ab, nicht ohne ihr Geld und Schadensersatz zu verlangen.

Da Rupert Anna als Geliebte von Sergej vermutet, will er nun Mercham verkaufen und auf Expeditionen gehen. Bei Prinny taucht derweil die vermisste Njanka auf, die trotz aller Schwierigkeiten, wenn auch verspätet,  es geschafft hat, die Juwelen endlich den rechtmäßigen Besitzern zurück zu bringen. Das Personal schreibt Anna einen Brief, in dem sie sie an ihrer Ehre packen: Anna habe ihren Vertrag nicht erfüllt und müsse noch für einige Tage nach Mercham zurück kehren, um ihren restlichen Dienst zu versehen. Sie erwähnen auch, dass Rupert bereits in den Hindukusch abgereist sei, so dass Anna sich nach Mercham begibt, um ihre Pflicht zu erfüllen. Als sie bei einem Abendessen bedienen soll, fällt sie aus allen Wolken als sie Rupert dort sieht. Dieser stürmt erbost auf sie zu und fragt sie, wann ihre Hochzeit mit Sergej stattfände. Da platzt Anna der Kragen und sie klärt Rupert energisch über sämtliche Wahrheiten auf, was letztendlich dafür führt, dass die beiden ein Paar werden und sich die Sache für alle Bewohner des Herrenhauses zum Guten wendet.

Weiterlesen

Übrigens - Du kannst Liviato unterstützen,
indem du deine Bücher bei Amazon über Liviato kaufst.

Fenster schließen