Matthias und seine Schwester Anna sind Waisenkinder. Ihre Eltern sind tot, deshalb werden die beiden an eine neue Familie vermittelt. Die zwei landen bei dem Myrabauern. Dort erwartet sie ein elendes Leben. Sie müssen den ganzen Tag schwer arbeiten, haben keine Freunde und nie Zeit zum spielen. Der Bauer behandelt sie schlecht. Anstatt richtigem Essen bekommen sie täglich nur Kartoffeln in Salzlake getaucht. Laut dem Bauern ist das genug für einen Kindermagen. Der einzige Silberstreifen am Horizont ist für die beiden die Schule. Sobald sie alt genug sind, muss der Bauer sie dorthin gehen lassen. Dann, so hoffen die beiden, wird ihr Leben endlich besser. Endlich ist der erste Schultag gekommen. Der Weg in die Schule ist für die beiden allerdings beschwerlich. Sie müssen den Wald bei eiskaltem Winter durchqueren. Leider ist die Schule bei weitem nicht so schön wie erhofft. Schon am ersten Tag bekommt Matthias vom Lehrer eins auf die Finger, weil er nicht still sitzt. In der Pause haben Matthias und Anna wieder nur kalte Kartoffeln dabei, während andere Kinder wie der Bäckerssohn sogar Eierkuchen dabei hat und die beiden Waisen bemittleidet. Nun ist das Leben der beiden noch härter geworden. Eines Abends auf dem Heimweg treffen die Kinder einen feuerroten Vogel. Anna will ihm unbedingt folgen. Als sie ihn aus den Augen verlieren, erklärt Anna, dass hier im Wald sterben will, wenn sie ihn nicht wiederfinden. Da entdecken die beiden eine Tür. Sie öffnen sie und stehen plötzlich auf einer großen, hellen Wiese. Hier ist es warm und wunderschön. Andere Kinder spielen und laden Matthias und Anna ein mitzumachen. Da taucht eine schöne, sanfte Frau auf, die laut den anderen Kindern die Mutter aller Kinder ist, auch die von Anna und Matthias. Die Mutter serviert ihnen leckeres Essen, so viel sie wollen. Die Kinder erfahren auch, dass die Pforte zu diesem Ort, der Sonnenau heißt, nie geschlossen werden darf, da sie sonst nie wieder aufgeht. Die Kinder genießen ihr zweites Leben in Sonnenau und kommen auch in der realen Welt besser klar. Doch dann ist der letzte Schultag gekommen. Danach dürfen die beiden nicht mehr in den Wald gehen und Sonnenau besuchen. Als sie das letzte Mal nach Sonnenau kommen und wieder gehen müssen, schließen sie die Pforte ab, damit sie nie wieder geöffnet werden kann und sie für immer in Sonnenau bleiben können. Wer zwischen den Zeilen liest, kommt zu dem Schluss, dass Anna und Matthias damit am Ende der Geschichte gestorben sind.
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