Richard Seller war zeit seines Lebens ein humorvoller Mensch. Im Alter von 46 Jahren ergattert er noch einen Job bei der Firma Melloplast, einem Unternehmen, das Plastikprodukte in jeder Größe und Form herstellt. Nach einem Herzinfarkt wird er von seinem Chef, Kurt Fallberger, trotz Zusage am Krankenbett, dass er ihm die Stelle freihält, gekündigt. Gesundheitlich nicht mehr in bester Verfassung, mit 49 Jahren keine Option mehr in den Personalabteilungen, verfällt Seller in eine Depression. Über Nacht wendet sich das Blatt. Nachdem er den Jackpot im Euromillionenlotto sprengt und über einhundert Millionen Euro gewinnt, möchte/muss er sein- und das Leben seiner Frau Simone radikal verändern. Doch dazu braucht er einen Plan und vor allem: er darf nichts ausplaudern und keine voreiligen Entscheidungen fällen, was für ihn das Schwierigste ist. Auf der Rückfahrt von Graz, wo Seller ein Treffen mit dem Berater der Lottogesellschaft hatte, kommt ihm der Zufall zu Hilfe. Seller hat eine Autopanne und sitzt in einer verlassenen Gegend gestrandet am Wegesrand, als plötzlich ein Wagen stoppt. Konrad Mühlmaier, der Besitzer der Melloplast AG und somit Vorgesetzter von Fallberger nimmt Seller mit nach Langen. Während der Fahrt beginnt er die Karten für Kurt Fallberger zu mischen.
Erstmals in Besitz eines Planes, ruft Seller seine Kameraden, die mittlerweile in alle Winde zerstreut, verschiedenen Tätigkeiten nachgehen an, um mit ihnen einen gemütlichen Abend im ehemaligen Stammlokal zu verbringen. Sieben Verkäufer, die ihre Jugendzeit in derselben Firma verbrachten, regelmäßige und lang andauernde Stammtischsitzungen absolvierten, blicken noch einmal zurück. Als Motto des Abends wählt Seller: ›Best of – aus unserem Verkäuferleben in jungen Jahren‹, was einige pikante und unglaubliche Geschichten auf den Stammtisch zaubert. Seller trägt schwer an seinem millionenschweren Geheimnis, das er auf keinen Fall ausplaudern darf. Er träumt davon aus Langen wegzugehen und irgendwo im Süden neu zu beginnen. Im Zuge der Zusammenkunft würde Seller gerne erfahren, was jeder der sechs Stammtischbrüder mit wirklich viel Geld anfangen würde. Die Palette an Wünschen ist reichhaltig und teilweise absurd, doch für Richard Seller steht fest: Dass seine ehemaligen Stammtischbrüder von seinem Gewinn profitieren sollen, ist nur eine Frage des »Wie«. Dass sein Erzfeind – Kurt Fallberger die zerstörerische Macht des Geldes spüren soll, ist für Seller nur mehr eine Frage des »Wann«. Er soll erfahren, wie es Seller die letzten Jahre nach seinem Herzinfarkt und der daraus resultierenden Kündigung ergangen war, er soll spüren, wie es ist, ein Außenseiter zu werden und er würde dafür sorgen, dass dieser Fallberger einen tiefen Fall erlebt von dem er sich nie wieder erholen wird. Der Abend entwickelt sich jedoch anders als geplant. Eine hübsche Kellnerin aus Tschechien stiftet hormonelle Verwirrung bei den bejahrten Herren und ein betrunkenes Brüderpaar sorgt für mächtigen Wirbel. Die Kameraden sind höchst erstaunt über eine Karateeinlage von Seller, der, in jungen Jahren nie an einem Raufhandel beteiligt war. Schlussendlich spukt in Sellers Kopf noch dieser ominöse Wettbewerb aus Jugendzeiten herum, den er an diesem Abend unbedingt für sich entscheiden möchte. Als zu später Stunde sein ehemaliger Chef, Kurt Fallberger, das Lokal betritt ist die für Seller die Zeit der Abrechnung gekommen. In einer heftigen Auseinandersetzung verweist Seller schließlich Fallberger des Lokals. Olina, die das Gezeter der Beiden anfangs für gespielt hielt, Seller hatte ihr das so suggeriert, ist nun sprachlos und fürchtet sich vor der Kündigung nach dem ersten Tag. Nachdem alle Stammtischbrüder das Lokal verlassen und Seller den Wettbewerb für sich entscheiden konnte scheint einer von Amors Pfeilen sich in sein Herz verirrt zu haben oder sind es der Alkohol und die Hormone.
Seller entscheidet sich schließlich für seine Frau Simone, mit der er schon über 20 Jahre verheiratet ist und zieht mit ihr nach Kroatien, wo er, als der reichste Leuchtturmwärter Kroatiens, seinen Lebensabend verbringen möchte. Nachdem er sang und klanglos aus Langen verschwunden war, tauchte bei jedem seiner Kameraden ein Notar auf. Im Schlepptau einen Fotografen und einen Geldkoffer mit einer Million Euro. In jedem Koffer liegt als Erklärung für sein Verschwinden ein Brief und jeder der sieben (er hat auch Olina ein Geschenk zukommen lassen) muss eine Erklärung unterschreiben, nicht nach ihm zu suchen. Seller war wieder der verschroben humorvolle Mensch früherer Tage. Für Kurt Fallberger hatten sich Konrad Mühlmaier und Richard Seller, der sich mit einem Teil seines Gewinnes bei Melloplast einkaufte, etwas Besonderes einfallen lassen. Fallberger wurde der Industriespionage bezichtigt und jede Beteuerung war angesichts der erdrückenden Beweise sinnlos. Sein tiefer Fall war, wie von Seller prophezeit, nicht mehr zu stoppen. Genüsslich, bei einem gemütlichen Leuchtturm-Abendessen im Kreise der Familie auf der Insel Susac, liest Seller die Schlagzeilen über den Fall Fallberger, die sein Sohn Marcus mit einer Tageszeitung aus der ehemaligen Heimat mitgebracht hat.
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