Die Protagonistin Ildikó stammt aus der Provinz Vojvodina in Nordserbien. Dort hat sie zusammen mit ihrer Schwester Nomi und ihren Eltern gewohnt. Die Koscis gehören zur ungarischen Minderheit im Land und haben sich mit allerlei Nebenjobs durchgeschalgen. Doch dort lebt die Familie schon lange nicht mehr. Ildikó kommt in den 70er Jahren in die Schweiz, lebt dort in Zürich und lernt mit ihrer Familie zunächst Diskriminierungen durch die Behörden des Alpenlandes kennen. Auch die Bürger der Schweiz sind erst sehr skeptisch gegenüber den Ausländern. Doch die Familie schafft scheinbar, was man eine gute Integration nennen könnte. Die Eltern arbeiten sich hoch - von Arbeitern in einer Wäscherei bs zu Besitzern einer kleinen Cafeteria bis hin zu einem Café, das schließlich sehr beliebt wird. Die ganze Familie bekommt die Schweizer Staatsangehörigkeit, offenbar ist für sie alles gut gelaufen. Doch so ganz stimmt das für Familie Koscis nicht, denn so richtig gehören sie doch nicht dazu. Zum Beispiel können sich die Kinder nicht so richtig in die Schweizer Kultur einpassen - noch sind sie zu sehr von der ländlichen Welt von Nordserbien geprägt. Dieser innere Konflikt bricht aus, als sich die politische Situation in ihrem Heimatland ändert. Mit einem Mal herrscht dort eine ganz andere Situation: Tito, der Präsident Jugoslawiens stirbt, das Land zerfällt und der Krieg bricht aus. Der hat auch Auswirklungen auf Familie Koscis, obwohl sie ja schon seit Jahren in der Schweiz leben. Denn jetzt muss man sich entscheiden: zu welcher Volkgruppe gehört man denn wirklich. Für wen sollen die Männer in den Krieg ziehen? Es passiert noch einiges Überraschendes. Die zwei Mädchen erfahren, dass sie eine Halbschwester haben, die achtzehn Jahre alt ist, und es gibt noch mehr Geheimnisse in der Familie. Über den Krieg erfahren sie alles übers Telefon und auch in der Schweiz ist er plötzlich ein großes Thema. Auch im Café der Eltern, in dem Ildikó mittlerweile bedient, scheint sich auch nur noch alles um den Konflikt zu drehen. Das Mädchen empfindet nur noch Hilflosigkeit, wenn sie an das Schicksal ihrer Familie im Krisengebiet denkt. Im Mittelpunkt steht dort immer Ildikó, ihr Seelenleben und ihre Art mit der schwierigen Situation fertig zu werden. Schließlich schafft sie es doch, eine Lösung zu finden. Für sie geht es positiv weiter. Das kann zwar nicht den Konflikt in ihrem Heimatland helfen, doch ihre persönliche Situation scheint die entscheidende Wendung zu nehmen.
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