Karin Duve arbeitete selbst 13 Jahre lang als Taxifahrerin, vorwiegend im Nachtdienst. Ihr 2008 erschienenes Buch „Taxi“ beschreibt das Leben von Alexandra Herwig, die 1984 ihre Ausbildung bei einer Versicherung in Hamburg abbricht. Sie hofft, dass sich unterwegs etwas ergibt und reist zu Fuß nach München. Die attraktive junge Frau besinnt sich unterwegs aber anders und trampt nach Hamburg zurück, wo sie neben dem Elternhaus mit ihrem Bruder in einer Gartenlaube lebt. Neben Alexandra beschreibt Karin Duve noch die Männer, die in derem Leben eine Rolle spielen.
Alex entdeckt eine Stellenanzeige, in der Taxifahrerinnen gesucht werden. Sie fährt nun das Taxi 244, jede Nacht 12 Stunden.
Einer ihrer ersten Fahrgäste ist ein Zuhälter, der mit einer jungen Prostituierten unterwegs ist. Ihm fällt nach wenigen Metern ein, dass er in eine Kneipe einkehren will und befiehlt Alex barsch, auf ihn zu warten.
Die Taxifahrerin wartet eine Weile, nachdem er aber nicht kommt, betritt Alex die Kneipe und fordert ihn auf, sich später ein anderes Taxi zu rufen. Er schreit ihr nach, dass sie das nicht machen könnte, die junge Frau in seiner Begleitung aber läuft ihr nach und steigt ein. Alex erfährt, dass sie sich den Preis für das Bahnticket nach Celle nicht leisten kann. Alexandra bietet ihr an, sie zum Bahnhof zu bringen und das Ticket zu bezahlen. Die junge Frau freut sich, überlegt es sich anders, sie will noch ein paar Freier auftun, damit sie nicht soviel Ärger bekommt, dass sie abgehauen ist.
Der Leser bekommt auch Einblick in die Szene, in der sich Alexandra nun bewegt. Ihre Kollegen sind Akademiker, die das Studium abgebrochen haben, erfolglose Künstler und andere Menschen, denen es nicht so richtig gelingt, Fuß in der Gesellschaft zu finden. Alex beginnt eine Affäre mit Dietrich, einem Kollegen.
Dietrich regt sie zum Lesen an. Alexandra, die sich bisher besonders für Naturforschung und Zoologie interessiert hat, taucht bin die Welt von Strindberg, Ernst Jünger, Friedrich Nietzsche und anderen Intellektuellen ein.
Ein Fahrgast, den sie von einem Bordell abholt, schimpft über die Prostituierten und möchte ihr für Geld das Knie anfassen. Da Alex Geld braucht, willigt sie ein. Als der Mann jedoch seine Hose öffnet, wirft sie ihn aus dem Taxi.
Alex hat das Gefühl, ihr Gesicht hätte einen gemeinen, raffgierigen Zug bekommen.
Auch mit ein paar älteren Damen, die in der Regel unkomplizierte Fahrgäste sind, macht die junge Taxifahrerin unangenehme Erfahrungen. Sie wartet vor einer Musikhalle, als zwei alte Damen ihr Taxi besetzten und sie bitten, auf eine weitere alte Dame zu warten. Alle anderen Taxis fahren ab, kommen wieder. Ganz zuletzt kommt eine alte Frau mit Gehwagen. Die Taxifahrerin hat durch dieses Warten viele Kunden verloren. Die älteren Damen, frisch onduliert und in teuren Pelzmänteln, möchten das nächste Mal abgeholt werden.
Ein anderer Typ verlangt, dass sie die Uhr auslässt und gibt ihr das Mehrfache vom Fahrpreis. Unterwegs versucht er, sich an sie heranzumachen, Alex geht aber darauf nicht ein. Als er aussteigt, möchte er Geld zurück und schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht. Alex alarmiert zwei Polizisten und kann den Mann identifizieren. Die Polizei rät der jungen Frau aber, ihn nicht anzuzeigen, damit er nicht ihren Namen und ihre Adresse erhält.
Sie trifft in einer Buchhandlung Marco. Der kleinwüchsige Marco studiert Psychologie und etwas Philosophie. Er war früher Alex Mitschüler. Sie beginnt eine Bettgeschichte mit ihm, Marco hätte gerne mehr von ihr, würde gerne morgens mit ihr aufwachen, ausgehen , schlafen. Alex findet das spießig und ist ja auch mit Dietrich zusammen, von dem sie sich aber trennen will. Der wütende Marco fesselt unvermittelt Alex die Hände ans Bett und klagt darüber, dass er sich von ihr gedemütigt fühle. Alex bettelt darum, losgebunden zu werden. Sie wird schließlich zornig und beleidigt ihn. Marco schlägt ihn. Erst als er bemerkt, dass ihre Hände blau sind, befreit er sie. Wütend verlässt Alex seine Wohnung; sie will ihn nie wieder sehen.
Fünf Jahre später ist Alex immer noch Taxifahrerin. Sie hasst diesen Job. Alex findet nicht die Kraft, davon loszukommen und es gelingt ihr auch nicht, sich von Dietrich zu trennen. Sie ist depressiv und hält ihre Nachtschichten nicht mehr durch. Ihr Einkommen sinkt, sie macht Schulden bei Dietrich, was es ihr noch schwerer macht, sich von ihm zu trennen.
Die junge Frau überlegt sich, einfach zu verschwinden, aber sie weiß nicht, wie sie ein neues Leben organisieren soll, da sie kein Geld hat, eine neue Wohnung zu mieten.
Sie bringt einen Fahrgast zum Flughafen, als sie einen hilfsbedürftigen Obdachlosen auf dem Bürgersteig entdeckt. Der Mitfahrer fordert sie auf, den Rettungswagen zu alarmieren.
Alex wartet auf den Notarzt, der Fahrgast aber, der sein Flugzeug erreichen muss, nimmt ein anderes Taxi und geht, ohne zu zahlen seiner Wege.
Marco nimmt wieder Kontakt zu ihr auf und möchte sich für sein Verhalten entschuldigen. Alex beginnt wieder, ihn zu besuchen, lässt sich aber nicht weiter auf ihn ein, er weigert sich dann, so weiterzumachen.
Sie beginnt dann eine Äffäre mit einem Journalisten, Jens Majewski, der von sich behauptet, im Vorjahr mit 70 Frauen geschlafen zu haben.
Alex trennt sich von Dietrich. Sie weint, denn sie glaubt, dass was sie Dietrich antut sei nicht gutzumachen, weil er niemanden mehr wie sie finden würde.
Im Juni 1990 hat sie einen Fahrgast, der einen Schimpansen dabei hat und zum Hansa Theater möchte. Als ihr Blick dem des Affen begegnet, registriert sie, dass sie ein ähnliches Schicksal haben, ohne Spaß, ohne Hoffnung und ohne Ausweg.
Der Schimpanse gerät auf der Fahr außer Kontrolle. Sein Besitzer fordert Alex auf, anzuhalten.
Alex aber gibt Gas, bevor der Mann die Autotür öffnen kann. Sie will mit dem Affen nach Spanien, das Taxi verkaufen und nach Afrika reisen. Sie reagiert nicht auf die Funksprüche der Taxizentrale. Der Schimpanse rastet aus und reißt am Lenkrad. Alex verliert die Kontrolle über das Fahrzeug und der Wagen überschlägt sich.
Der Schimpanse flüchtet durch die zerbrochene Windschutzscheibe, Alex wird von seinem Besitzer angezeigt, sie muss den Taxischein abgeben. Das Taxi hat einen Totalschaden. Von ihrem bisherigen Chef lässt sie sich am Ende des Romans zu Marco bringen.
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