Band 2 Gottfried von Straßburgs Tristan knüpft an die Handlung von Band 1 logischerweise direkt an.
Bevor der Kampf gegen den Truchsess stattfinden kann, bemerkt Isolde die Schöne, dass der Splitter, den sie aus ihrem Onkel zog, genau in Tantris Schwert passt. Nach einigem Überlegen fällt ihr auf, das Tantris und Tristan sich nur durch vertauschte Silben unterscheiden und enttarnt Tristan damit. Sie wünscht sich Rache, ist aber unfähig, Tristan zu ermorden, da er unter dem Schutz ihrer Mutter steht. Die Frauen versprechen, ihn am Leben zu lassen, auch auf den guten Rat der Cousine Brangäne hin, nachdem Tristan enthüllt, dass er Brautwerber für König Marke ist.
Sie versöhnen sich und willigen ein, Isolde an König Marke zu vergeben, wenn nur der Truchsess von seinen Ansprüchen zurücktritt.
Am Tag des Zweikampfes ist der Truchsess zunächst stur, lässt sich aber dann von seinen Freunden überzeugen, dass er gegen Tristan keine Chance hat und gibt seine Forderungen auf.
Sogleich bereitet man sich zum Aufbruch nach Cornwall vor. Isolde die Ältere übergibt Brangäne einen Liebestrank, den sie mit ihrem Leben behüten soll und der für ihre Tochter und Marke bestimmt ist.
Doch versehentlich gelangt der Trank in Tristans und Isoldes Hände. Trotz Isoldes Hass auf Tristan entflammen beide unwiederbringlich füreinander.
Sie gestehen sich ihre Liebe und verbringen an Bord des Schiffes eine Zeit der heimlichen Liebschaft. Brangäne wird von ihrem schlechten Gewissen getrieben und hilft den beiden, wo sie kann, da sie deren Kummer sieht.
Trotzdem bangen die beiden vor der Entdeckung durch Marke. Brangäne erklärt sich bereit, in der Hochzeitsnacht das Bett mit Marke zu teilen, um zu verbergen, dass Isolde keine Jungfrau mehr ist. Die Täuschung gelingt, doch später beginnt Isolde ihrer Cousine zu misstrauen, da diese zu viel weiß. Sie beauftragt zwei Männer, das Mädchen zu ermorden. Im Wald erscheint diese ihnen so unschuldig, dass sie es nicht übers Herz bringen, sie zu töten. Letztendlich bereut Isolde ihre Tat und ist glücklich, als sie die treue Brangäne lebendig wiedersieht.
Tristan und Isolde führen ihre Liebschaft heimlich und unentdeckt am Hofe Markes fort.
Später erscheint ein fremder Ritter namens Gandin am Hofe. Leichtsinnig verspricht Marke ihm alles, was er will, wenn er ihnen etwas auf der Rotte vorspielt.
Unverschämt verlangt der Sänger die Königin Isolde und Marke muss worthalten.
Nun muss wieder Tristan in die Bresche springen und die Frau seines Onkels retten: Er überlistet Gandin mit seinem Harfenspiel und bekommt Isolde zurück.
Das Glück der beiden ist für eine Weile ungetrübt, bis ein Freund Tristans bei Hofe, Marjodo, ihm nachts folgt und sein Geheimnis entdeckt. Durch wohlgesetzte Worte weckt Marjodo Markes Misstrauen gegen Tristan und Isolde.
Es folgt eine lange Strecke von Listen und Gegenlisten, um die Wahrheit herauszufinden oder zu vertuschen. Letztendlich lässt Marke seinen Verdacht fallen, ist aber immer noch misstrauisch. Er setzt den Zwergen Melot als Spitzel ein.
Der entdeckt auch bald Beweise für die Liebe der Beiden und berichtet Marke, woraufhin Tristan unter einem Vorwand verboten wird, die Frauengemächer aufzusuchen.
Diese räumliche Trennung stürzt die Liebenden in großen Schmerz. Schließlich weißt Brangäne an, dass Tristan Späne als Zeichen über einen Fluss schwimmen lassen soll, der auch durch Isoldes Garten fließt, wenn er sie treffen will. So können sie sich wieder unentdeckt sehen. Melot beobachtet Tristan aber erneut und findet den Trick mit den Spänen heraus. Marke und Melot verstecken sich in einem Baum bei der Quelle, die der geheime Treffpunkt ist und warten auf die Beiden.
Tristan und Isolde bemerken den Hinterhalt rechtzeitig und geben sich zueinander distanziert und spielen den Lauschern ein Theater der Unschuld vor.
Marke schilt Melot und ist abermals von der Unschuld seiner engsten Vertrauten überzeugt. Doch die gekränkten Männer Melot und Marjodo, die Markes Vertrauen wiedererlangen wollen, legen einen neuen Hinterhalt: Bei einem gemeinsamen Aderlass lassen sie Tristan und Isolde alleine im Raum und bestreuen den Boden mit Mehl. Brangäne warnt Tristan, dieser verzehrt sich aber so nach Isolde, dass er trotz dem Mehl einen Sprung zu Isoldes Liege wagt. Dummerweise platzt dabei die Ader wieder auf, die sich gerade erst geschlossen hat und besudelt Isoldes Bettzeug.
Isolde behauptet später zwar, es sei ihr Blut, allerdings glaubt Marke ihr nicht, als er auch bei Tristan Blut findet.
Marke wirft ob seinem Dilemma ein Konzil der Fürsten ein, die Isolde anklagen. Diese verteidigt sich und will sich einem Gottesurteil unterwerfen. Wenn sie die Wahrheit vor Gott beschwört und nicht lügt, soll sie ohne Schaden ein glühendes Eisen tragen können.
Tristan verkleidet sich als Pilger und als Isolde das Schiff am Strand verlässt, stolpert sie und fällt zufällig in seine Arme. So kann sie vor Gott wahr schwören, niemals in eines anderen Mannes Armen gelegen zu haben, mit Ausnahme des Pilgers, und besteht die Prüfung.
Obwohl Marke seinen Argwohn endgültig aufgibt, entfernt sich Tristan vorsichtshalber eine Weile vom Hofe. Er erlebt einige heldenhafte Kämpfe und erschlägt schließlich den Riesen Urgan, um das Zauberhündchen Petitcrü für Isolde zu gewinnen. Doch diese wird erst wieder glücklich, als Tristan an den Hof zurückkehrt.
Markes Eifersucht flammt erneut auf, sodass er in seinem Zorn die Liebenden verbannt.
Sie finden eine Minnegrotte, in der sie eine wundervolle Zeit verbringen und nur von Lust und Liebe leben.
Auch Marke entdeckt die Minnegrotte, als er sich auf der Jagd befindet. Als er jedoch hineinschaut, sieht er die beiden züchtig nebeneinander liegen, das Schwert zwischen sich. Diese Vorsichtsmaßnahme Tristans bewirkt, dass Marke sich mit ihnen versöhnt und sie zurück an seinen Hof holt.
Letztendlich dauert das Glück wieder nicht lange- durch die Blindheit der Liebe passiert es Tristan und Isolde, dass Marke sie in seinem Garten eng verschlungen schlafend erwischt. Tristan verabschiedet sich von Isolde und bricht auf, bevor er Marke wiedersieht und dieser in bestrafen kann. Da der Nebenbuhler verschwunden ist, sieht Marke von Rache ab.
Das Ende von Gottfrieds Tristan- Fragment beschreibt Tristans zielloses Umherschweifen, er stürzt sich von einem Krieg in den nächsten, um die Trauer zu überdecken und trifft schließlich auf Isolde Weißhand, die ihn sehr an seine Isolde erinnert.
Das Fragment endet mit Tristans vollständiger Verwirrung, der nicht mehr weiß, zu wem er sich noch hingezogen fühlt.
Im Reclamband folgt außerdem eine knappe Zusammenfassung der Fortsetzer des Fragments Ulrich von Türheims und Heinrich von Freibergs.
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