Tristan I: Verse 1 - 9982. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch: BD 1 Zusammenfassung

Die Reclamausgabe von Gottfried von Straßburgs Tristan- Fragment in zwei Bänden enthält sowohl den original mittelhochdeutschen Texte, als auch parallel die neuhochdeutsche Übersetzung von Rüdiger Krohn.

Der Herausgeber teilte das Epos zudem in Kapitel auf und gab den einzelnen Teilen Überschriften zur besseren Orientierung des Lesers. Die Einteilung weist das Originalmanuskript jedoch nicht vor.

Es beginnt mit dem Prolog, in dem der Erzähler seine Zuhörerschaft adressiert, ihre höfische Bildung lobt, auf die Bedeutung von Liebe hinweist und erklärt, was seine Quelle war. Gottfried von Straßburg beruft sich auf den Tristan- Roman von Thomas von Britanje, behauptet, er erzähle die einzig wahre Geschichte von Tristan.

Im zweiten Kapitel beginnt die tatsächliche Erzählung mit der Elterngeschichte, in der sich Riwalin, Tristans Vater und Herrscher von Parmenien, in Blanscheflur, die Schwester König Markes von Cornwall, verliebt. Da ihre Liebe am Hof nicht gebilligt werden kann, finden sie erst in größter Not zueinander- nämlich als Riwalin im Kampf tödlich verwundet wird. Durch Blanscheflurs Liebe allerdings gesundet er erneut und nimmt Blanscheflur, die mit Tristan schwanger ist, heimlich mit nach Parmenien.

Der Marschall Rual li Foitenant rät Riwalin und Blanscheflur zur Heirat, was auch geschieht. Kurz darauf wird Riwalin von seinem alten Feind Morgan im Krieg erschlagen. Durch ihre große Trauer stirbt auch Blanscheflur im Kindbett. So steht Tristans Geburt schon unter keinem guten Stern, was sich auch in seiner Namensgebung widerspiegelt.

Rual und seine Frau kümmern sich um das Kind, geben es sogar als ihr eigenes aus, um es vor dem Zorn Morgans zu schützen.

Tristan erhält eine höfische Ausbildung, lernt unzählige Sprachen, gutes Benehmen, Instrumente wie die Harfe und erlangt auch sonst unglaubliche Fertigkeiten. Er ist wahrlich ein Wunderknabe, dazu auch noch mit übermäßiger Schönheit gesegnet.

Der Erzähler wird es nicht leid, Tristans große Vorzüge zu loben, was sich wie auch das Motiv von Liebe und Leid durch das gesamte Epos zieht.

Eines Tages findet sich Tristan auf dem Schiff norwegischer Kaufleute ein, um dort Jagdfalken zu erstehen. Fasziniert wendet er sich einem Schachspiel zu. Die Händler bemerken Tristans großen Wert, sind erstaunt von seiner großen Sprachkenntnis und beschließen, ihn zu entführen. Sie legen ab und da Tristan so ins Spiel versunken ist, bemerkt er es erst, als es zu spät ist.

Als ein heftiger Sturm aufkommt, halten die Entführer das für Gottes Strafe und geloben, Tristan freizulassen, wenn sie heil aus dem Unwetter herauskommen. Dies geschieht und der Jüngling wird an der Küste Cornwalls ausgesetzt.

Dort irrt er eine Weile ziellos umher, trifft dann auf zwei Pilger, die ihm den Weg nach Tintajol zeigen.

Unterwegs treffen sie auf die Jäger König Markes. Unerschrocken spricht Tristan sie an und erklärt ihnen die Kunst der Jagd, die er ausgezeichnet beherrscht.

Die Jäger sind so beeindruckt, dass sie ihn mit an den Hof König Markes nehmen. Tristan fällt auch Marke sofort auf und wird so zum Jägermeister ernannt.

Alle glauben noch, dass Tristan der Sohn eines Kaufmannes ist, da er das vorsichtshalber erzählte, um einer weiteren Entführung vorzubeugen.

Eine Weile lebt Tristan unbekümmert an Markes Hof und beeindruckt alle mit seinen Fähigkeiten.

Doch dann trifft Rual am Hof ein, der seinen verlorenen Adoptivsohn gesucht hat. Er eröffnet König Marke Tristans wahre Herkunft, der zutiefst gerührt ist und Tristan sofort als seinen Neffen anerkennt.

Tristan dagegen trauert, da er glaubt, nun zwei Väter auf einmal verloren zu haben.

Schließlich beschließt Tristan, ein Ritter zu werden und wird von Marke für seine Schwertleite ausgestattet.

In das Kapitel der Schwertleite baut der Autor eine Passage ein, in der er andere zeitgenössische Autoren kritisiert.

Tristan reist in sein Reich Parmenien und nimmt einen Lehnseid der Adeligen entgegen. Dann rüstet er sich, um seinen Vater zu rächen und zieht gegen Morgan. Tristan erschlägt Morgan, gerät aber mit seinen Kämpfern in Bedrängnis, bis Rual ihm zu Hilfe eilt.

Nun befindet sich Tristan in einem Zwiespalt, ob er bei seinem Ziehvater in Parmenien bleibt und sein Land regiert oder an die Seite seines Blutverwandten, König Marke zurückkehrt.

Er entscheidet sich für Marke und reist zurück nach England.

Am Hof Markes erfährt er, dass sie einen Zins und einen Teil ihrer Kinder zu König Gurmun nach Irland schicken müssen, den der grausame Morold eintreibt.

Tristan wagt es als einziger der Edelleute, sich Morold entgegenzustellen und fordert ihn zum Zweikampf heraus.

Auf einer schmalen Insel direkt an der Küste gelingt es ihm tatsächlich, den Fremden, der stark wie zehn ist, zu schlagen. Doch auch Tristan wird mit einer vergifteten Klinge verwundet. Nur Isolde, Morolds Schwester und Frau Gurmuns kennt das Gegengift.

In Irland wird Morolds Leichnam empfangen und an ihm ein Splitter von Tristans Schwert gefunden, das aufbewahrt wird und Tristan später zum Verhängnis werden soll. Ein Bann wird über den Mann verhängt, der Morold erschlagen hat- sollte er Irland je betreten, solle er sofort getötet werden.

Dahinsiechend bleibt Tristan aber keine Wahl, als nach Irland aufzubrechen. Er gibt sich als Spielmann Tantris aus und wird dort von einem Arzt in Obhut genommen. Er wird zwar nicht geheilt, aber die Nachricht über den bewundernswerten aber unheilbaren Spielmann verbreitet sich in ganz Dublin und dringt auch an Königin Isoldes Ohren.

Isolde unterbreitet Tantris ein Angebot: Er solle ihre Tochter Isolde im Saitenspiel und anderen Künsten lehren, dann werde sie ihn heilen.

So heilt Isolde ihren Todfeind und Tristan lebt unerkannt eine Weile bei Hofe und löst seine Schuld ein.

Schließlich erschleicht er sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Erlaubnis, Irland zu verlassen und kehrt zurück zu Marke.

Dort wird er Opfer höfischer Missgunst und kann sein eigenes Unheil nur abwenden, indem er Marke vorschlägt, um die schöne Isolde zu werben. Er selbst bricht als Brautwerber für Marke nach Irland auf.

Glücklicherweise treibt in Irland gerade ein Drache sein Unwesen und Gurmun versprach seine Tochter demjenigen, der den Drachen tötet.

Tristan erschlägt den Drachen und schneidet ihm die Zunge heraus, wird aber durch die giftigen Dämpfe ohnmächtig.

Der Truchsess, der feige und hinterlistig ist, beansprucht den Sieg für sich und erhebt Anspruch auf Isolde.

Das entsetzt Mutter und Tochter, die nicht viel vom Truchsessen halten und ihm nicht glauben. Sie machen sich auf den Weg zum Drachen und finden und retten Tristan, den sie für Tantris halten.

Durch eine weitere Lügengeschichte erschleicht sich Tristan das Versprechen der Königin, ihm Schutz zu gewähren und sichert im Gegenzug Hilfe gegen den Truchsess zu.

Am Gerichtstag kann Tristan mit der Zunge beweisen, dass er den Drachen erschlagen hat. Der Truchsess wird wütend und fordert ihn zum Kampf.

Mit dieser Ankündigung endet der erste Teil der Tristanerzählung.

 

 

 

 

 

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