Verloren im Labyrinth. Zusammenfassung

Verloren im Labyrinth von Patrice Kindl

Es handelt sich hier um eine Taschenbuchausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlags (dtv extra) aus dem Jahr 2004. Sie hat die ISBN-Nr.: 3-423-70871-9 und kostete mich 2,99 Euro. Das Original erschien bereits 2002 unter dem Titel Lost in the Labyrinth bei der Houghton Miffling Company. Patrice Kindl hat sich als amerikanische Jugendbuchautorin etabliert. Bereits ihr erstes Jugendbuch wurde in den USA mit mehreren Preisen gewürdigt. Sowohl ihr Buch Anna in der Wand und Alexandria oder Gänse bringen Glück brachten ihr diverse Auszeichnungen, auch in Europa, ein. Heute lebt Patrice Kindl mit ihrer Familie in Ballston Lake bei New York.

 

Jeder kennt die Geschichte von Ariadne und dem goldenen Faden, der durch das Labyrinth des Minotaurus. Aber wer kennt eigentlich Xenodike?

Sie ist die jüngere Schwester von Ariadne. Seit Akalla, die älteste Tochter der Königin von Kreta, mit einem lybischen Prinzen durchgebrannt ist, gilt Ariadne als Thronanwärterin. Als Xenodike noch klein war, wurde ihr ältester Bruder Androgeos von einem wilden Stier in Athen getötet. Seit diesem schrecklichen Ereignis sind die Athener verpflichtet jedes Jahr 14 Erstgeborene Töchter oder Söhne nach Kreta als Wiedergutmachung schicken. Diese jungen Menschen müssen dann für ein Jahr dem Stiermenschen dienen bevor sie als Sklaven weiterverschenkt werden. Für die Athener ist der Minotaurus ein Menschenfresser. In Wirklichkeit ist er der Halbbruder Asterios von Xenodike und reiner Vegetarier und die Athener werden nicht gefressen sondern sind nur seine Diener.

Eines Tages kommen neue Sklaven für Asterios. Darunter ist der Sohn des Königs von Athen, Theseus. Er möchte die Athener befreien und den Minotaurus töten. Dafür verbündet er sich mit Ariadne, die sich unsterblich in ihn verliebt hat. Xenodike möchte ihren Bruder Asterios vor diesem Tod bewahren. Doch es sind noch andere geheimen Kräfte am Werke um Asterios loszuwerden. Und so wird es auch für Xenodike gefährlich. Eines Nachts dringt Theseus mit dem Faden, der übrigens nicht golden ist, in das Labyrinth ein und tötet alle Kreter und auch den Minotaurus. Anschließend flieht er mit Ariadne. Die Königin von Kreta erleidet daraufhin einen Schlaganfall, weil auch zwei andere Söhne bei diesem Komplott getötet werden. Nun bleibt ihr nur Xenodike. Der Erfinder Dädalus wird beschuldigt am Komplott beteiligt gewesen zu sein. Er und sein Sohn Ikarus werden in den Gefängnisturm geworfen. Xenodike verhilft ihnen zur Flucht. Zu Xenodikes Glück kommt Akalla aus Lybien zurück und übernimmt die Regentschaft. Xenodike weigert sich zu heiraten und kümmert sich um die heiligen Tiere und wird Priesterin. Später erfährt sie das sich Ariadne erhängt hat.

 

Patrice Kindl erzählt aufregender Art die Geschichte um den Ariadnefaden und den Minotaurus. Dabei versucht sie aktuelle archäologischen Ausgrabungen auf Kreta mit der Sage um den Minotaurus in Einklang zu bringen. Die ganze Geschichte erzählt dabei Xenodike, die eigentlich in der Sage an sich gar keine große Rolle spielt. Aber in diesem Buch dreht sich alles um Xenodike. Um ihre Gefühle und die Wahrnehmungen der Umgebung die sie erfährt und erkundet. Sei ist vierzehn Jahre alt und macht gerade die Wandelung vom Kind zur erwachsenen Frau durch. In diesem Zwischenstadium muss sie sich damit auseinandersetzen, dass sie sich zum ersten Mal verliebt, von ihrer älteren Schwester gnadenlos drangsaliert wird und gleichzeitig noch um den Tod des geliebten Bruders fürchten muss. Bis auf den nahenden Tod des Bruders, beschreibt Patrice Kindl also die typische Problematik denen viele Teenager heute ausgesetzt sind. Xenodike muss im Buch entscheiden für wen sie Partei ergreifen will. Hält sie zu ihrem Halbbruder oder unterstützt sie die arrogante, ältere Schwester Ariadne und ist so mitschuldig am Tod von dem Minotaurus. Außerdem muss sie sich wenn sie für die Schwester ist nicht nur die Mutter betrügen sondern auch ihre große Liebe verraten. Auch wenn etliche Personen im Buch sterben, ist es nicht zu brutal beschrieben. Es gibt keine Gemetzel und auch kein übermäßiges Blutvergießen. Vor allem stehen die Gefühle von Xenodike im Vordergrund und natürlich die Vorgeschichte wie es zum Mord am Minotaurus kommen konnte. Außerdem wird auch schön beschrieben wie das alltägliche Leben im antiken Kreta abgelaufen ist.

Die Wortwahl ist bei der Autorin nicht zu kompliziert ausgefallen. Im Grunde sind die griechischen Namen noch das Schwerste womit man sich auseinandersetzen muss. Meiner Meinung nach ist es Patrice Kindl perfekt gelungen eine griechische Sage in moderner Sprache für junge Menschen zu beschreiben. Die Geschichte ist, auch wenn man sie bereits kennt, sehr spannend geschrieben und man kann sich sehr gut in die Gefühle von Xenodike hineinversetzen. Aus ihrer Sicht ist es auch ganz neu erzählt. Das Buch ist auf jeden Fall sehr gut für Jugendliche geeignet. Der Sagenstoff ist aber vielleicht noch ein bisschen zu schwer für Kinder. Auch für Erwachsene finde ich dieses Buch sehr interessant.

Die Sprache ist wie schon gesagt nicht zu kompliziert. Logikfehler konnte ich in der Geschichte nicht feststellen. Die Schrift ist in einer angenehmen Größe und es gibt 15 Kapitel die, wenn sie etwas größer sind, mit kleinen Absätzen noch einmal unterteilt sind. Ansonsten ist ein Kapitel nie größer als zehn bis fünfzehn Seiten. So kann man sich das Buch schön einteilen. Es gibt am Ende dann noch eine extra Erklärung über die tatsächlichen archäologischen Erkenntnisse auf Kreta.

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