Vier Tage währt die Nacht. Zusammenfassung

Die Handlung des Romans spielt im Jahr 1817 im schottischen Hochland. Der Icherzähler Jonathan Lloyd ist ein junger Dichter um die dreißig Jahre, der eine Einladung von seinem väterlichen Freund Sir Mortimer Pope erhalten hat. Jonathan kennt Mortimer noch aus Kindertagen, dieser war ein guter Freund von Jonathans Vater und er ist so etwas wie ein Onkel für ihn. Seit Mortimers Frau verstorben ist und sein Sohn kaum noch Kontakt hält, ist er recht einsam und Jonathan freut sich auf das Wiedersehen. Auch Jonathan ist bereits nach einer sehr kurzen Ehe verwitwet. Das winterliche Treffen soll noch acht weitere Dichter auf das Schloss von Mortimer führen. Sie wollen dort alle gemeinsam einige ihrer Werke vortragen und sich über die Literatur unterhalten. Bereits auf der Anreise per Kutsche lernt Jonathan zufällig zwei weitere Gäste kennen, die eine Panne mit ihrer Kutsche hatten. Zum einen die junge, bildhübsche Nightingale und zum anderen den schweigsamen und etwas düster wirkenden Robert Milton. Jonathan fühlrt sich sofort zu Nightingale hingezogen und lehnt Milton instinktiv ab, zumal der ein Rivale zu sein scheint. Auf dem Schloss sind auch schon alle anderen versammelt und sie werden vom glücklichen Mortimer begrüßt. Die anderen Gäste sind: Der freundliche Landpfarrer Thomas Olivier, der etwas schrullige Professor Prescott, das Ehepaar Geoffrey und Alice Stalliot, er trinkfest und etwas cholerisch, sie sehr still und traurig wirkend, der schöne und detwas rätselhafte Comte de Marais und der ironische Amerikaner Samuel E. Goldsmith. Nachdem alle vorgestellt wurden, essen sie gemeinsam ein opulentes Mahl. Mortimer wird immer von seinem Diener Henry flankiert, ein missgestalteter Mann mit nur einem Auge, der aber eine sehr treue Seele zu sein scheint. Danach führt Mortimer seine Gäste durch die Burg. An der Zugbrücke sehen sie hinüber zu einer Ruine auf der anderen Seite und Mortimer erzählt eine düstere Sage dazu, wonach angeblich alle 100 Jahre die abgebrannte Ruine erneut in Flammen aufgeht. Sie stellen fest, dass heute der 500. Jahrestag dieser Geschichte ist und besonders der offenbar romantisch veranlagte Comte interessiert sich dafür. Alle freuen sich darauf, am nächsten Tag azusgiebig mit den Vorträgen zu beginnen. Doch es komtm anders. Ein gewaltiger Sturm zieht herauf und Jonathan wird nachts durch einen lauten Knall geweckt. Es klingt, als sei ein teil der Burg eingestürzt. Er trifft Goldsmith und sie sehen draußen nach und stellen fest, dass die Zugbrücke hinabgestürzt ist. Zudem finden sie an der Stelle ein Stück des weißen Seidenschals, den der Comte de Marais immer getragen hat - und vermuten, dass er mit der Brücke abgestürzt ist. Alle kommen zusammen und sind bestürzt. Die Leiche muss im Burggraben schwimmen, der nicht einzusehen ist. Plötzlich stellen sie fest, dass die Ruiune wie in der Sage geheißen tatsächlich brennt. Nun glauben sie, dass der Comte aus Neugier hierherkam und im Sturm die Brücke abgerissen wurde. Goldsmith aber ist misstrauisch und redet mit Jonathan darüber. Er meint, dass die Zugbrücke mit dem Comte ja nur abgestürzt sein kann, wenn sie nicht hochgezogen war, was sie aber laut Mortimer war. Er glaubt daher, dass sich das Unglück nicht so abgespielt haben kann und der Comte seinen Tod nur vorgetäuscht hat. Er sei vielleicht so besessen von solchen Sagen, dass er selbst das Feuer gelegt habe und seinen Tod vorgetäuscht habe. Jonathahn kann sich das nicht vorstellen, denn ihm kam der Comte sehr sympathisch vor. Mortimer lässt Jonathan zu sich rufen, um mit ihm die Papiere des Comte durchzugehen, um zu sehen, ob sie Angehörige zum Benachrichten finden. Dabei stoßen sie auf seine Sammlung der Übersetzungen der Märchen der Brüder Grimm, an der er arbeitete und Jonathan liest "Frau Holle". Er ist umso trauriger, dass der Graf wohl tot ist, denn er hätte gerne weiter mit ihm über die Märchen geredet. Seltsam ist aber, dass aus den Notizen hervorgeht, dass der Comte bereits auf der Anreise die Stalliots kennen lernte, weil sie im gleichen Gasthaus waren - auf dem Schloss hat Jonathan sie aber nie zusammen reden sehen. Durch die fehlende Brücke ist die Burg von der Außenwelt abgeschnitten, aber Mortimer versichert, dass in ein paar Tagen ein Bote kommen wird, der immer regelmäßig erscheint, um die Bestellungen aufzunehmen. Ihn könnten sie damit beauftragen, handwerker zu holen, die dann in wenigten Tagen eine neue Brücke bauen. Kurz darauf hört Jonathan zufällig einen heftigen Streit zwischen Alice und Geoffrey. Dabei hört er mit, dass Alice in Wahrheit alles allein schreibt und ihren Mann miternährt. Ihr Mann wirft ihr unterdessen eine Affäre mit Robert Milton vor. Beim Abendessen kommt es zu einem Eklat, als sich Geoffrey betrinkt und ausfallend wird. Alice verlässt mit Robert Milton das Zimmer, wenig später geht auch Geoffrey, die anderen sind peinlich berührt. Bald darauf gibt es Tumult - die Diener haben Geoffreys Leiche im Weinkeller gefunden. Zahlreiche Weinfässer sind auf ihn gestürzt und haben ihn unter sich begraben. Alle sind entsetzt. Sie bergen die Leiche und bringen sie in die Kapelle. Bei näherem Nachdenken fällt Goldsmith auf, dass es kein Unfall gewesen sein kann, denn Geoffrey war an anderen Fässern interessiert und hätte genau gewusst, wie man sie richtig ansticht und von alleine konnten sie sich kaum lösen, er wurde offenbar von hinten überrascht. Er redet aber nur mit Jonathan darüber und weiht ihn in seine Theorie ein, dass der Comte wirklich noch lebt und dafür verantwortlich sei. Jonathan glaubt das nicht wirklich. Er kommt Nightingale etwas näher, als er sie zu Bett bringt. Am Abend darauf versuchen alle, doch noch zum Dichten zu kommen und der Vikar trägt auf Mortimers Bitte seine Umsetzung der Ballade von der Lady im See vor. Alle sind beeindruckt - bis auf den Professor, der das Gedicht schlecht findet und meint, dass es abscheulich sei, angesichts der Todesfälle eine solche Ballade um Liebe vorzutragen. Er verlässt das Zimmer und geht in die Bibliothek, Mortimer ist schwer getroffen von dem Verhalten und gibt sich die Schuld. Am nächsten Morgen wird die Leiche des Professors in der Bibliothek gefunden. Es sieht aus, als habe er das Feuer schüren wollen und sei dann kopfüber in den Kamin gestürzt, habe sich schwer am Kopf verletzt und verbrannte obendrein am Oberkörper. Später aber stellt Goldsmith fest, dass er tatsächlich von hinten mit dem Schürhaken erschlagen wurde, an dem noch Blut klebt und es nur als Unfall dargestellt werden sollte. Er spricht mit Jonathan darüber. Beim Essen schließlich weiht Goldmsith endlch auch alle anderen in seine Theorie ein, dass es zwei Morde gab und der Comte dahinter steckt. Er glaubt, dass er bei der Ruine einen Geheimgang gefunden hat, der laut Mortimer in der Burg existieren soll, und daher ein- und ausgehen kann, ohne dass es jemand merkt. Die anderen reagieren ablehnend auf die Theorie. Dennoch suchen Goldsmith,. Jonathan und Robert Milton nach dem Gang. Milton findet einen geheimen Gang, doch die Dienr erklären sogleich, dass das ein bekannter Gang ist, der für Transporte benutzt wurde und icht zur Ruine führt. Goldsmith und Jonathan gehen den gang dennoch ab und gelangen zum brunnen, wo die Leiche des Comte gefunden wird - offenbar tatsächlich beim Brückenabsturz ums Leben gekommen. Alle sind sehr traurig und es gibt Vorwürfe, weil der Comte verdächtigt wurde. Der Vikar geht in die Kapelle, um zu beten. Kurz darauf kommt er zurückgestürzt und erzählt erregt, dass er den Geheimgang gefunden hat - als er das Kreuz versehentlich verrückte, verschob sich der Alktar und gab einen Gang frei. Goldsmith und Jonathan gehen hinein und gelangen tatsächlich zur Ruine. Aber sie entdecken auch eine Zündschnur. Das heißt, dass die Ruine mit einer rund halbstündigen Verspätung nach Zünden der Lunte in Flammen aufging und es somit unmöglich ist, den Täter zu bestimmen, weil jeder mal kurz in den Gang gehen konnte. Es fängt an zu schneien und Jonathan weiß, dass sie nun in der Burg festsitzen, weil das nächste Dorf zu weit weg ist, um es im Schnee zu erreichen und der Bote wird bei Schnee nicht kommen. Als sie zurückkommen, sind alle bis auf Nightingale schlafen gegangen, Mortimer hatte einen Zusammenbruch. Die drei reden noch etwas, Goldsmith erzählt einige seiner Geschichten. Nachdem er sich verabschiedet hat, kommen sich Jonathan und Nightingale wieder näher und er erfährt, dass sie seine Gefühle erwidert. Am nächsten Mortgen fehlt Milton beim Frühstück. Sie schauen in seinem Zimmer nach - und finden seine Leiche. Er wurde mit einem Kissen erstickt und unter Decken und Kissen begraben. Alice bricht zusammen und beschuldigt Jonathan. Erst sei ihr der Comte genommen worden, dann ihr Mann nun auch noch ihr neuer Geliebter und Jonathan sei darin verwickelt. Sie ist außer sich, weil er den anderen verraten hat, dass er von ihrem früheren Zusammentreffen mit dem Comte wusste.Jonathan und Goldsmith überlegen, welches Muster hinter den Morden stecken könnte, da alle auf so komplizierte Weise umgebracht wurden. Sie entdecken schließlich einen geheimen Flaschenaufzug, der von der Bibliothek in den Weinkeller führt. Durch diese Konstruktion konnten von hier aus die Fässer gelöst werden. Prescott musste wohl sterben, weil er ebenfalls davon wusste. Während Jonathan und Goldsmith reden und über den Mörder spekulieren, begreift Jonathan das Muster: Alle Morde wurde in Anspielung an das Märchen "Frau Holle" verübt, dsa der Comte übersetzt hatte. Er selbst stürzte hinab, wie die Goldmarie und die Pechmarie in den brunnen sprangen, Geoffrey Stalliot wurde unter Fässern begraben wie unter den Äpfen, die vom baum geschüttelt werden, der Professor verbrannte im Kamin wie das Brot, das nicht hinausgeholt wird und Milton lag unter einem Berg Kissen wie die, die geschüttelt werden müsse. Plötzlich begreifen sie, dass der letzte Mord noch fehlt und dass in dem Märchn ein Mädchen mit Pech übergossen wird. Sie glauben, dass Nightingale das Opfer sein soll und denken an die Pechnasen der Burg, die ihnen bei der Führung ins Auge fielen. Sie rennen zu ihrem Zimmer, aber sie ist nicht da, sondern wurde wohl schon vom Mörder weggelockt. Sie stürmen zum Burgtor und Nightingale weicht vor Jonathan zurück, offenbar hat der Mörder ihr eingeredet, dass Jonathan der Täter sei. Jonathan beschwört sie, wegzugehen. Das Pech fällt herab und Goldsmith und Jonathan stoßen sie beiseite.Goldsmith ist leicht an der Hand verletzt, sonst sind alle unversehrt. Jonathan sucht den schwer gezeichneten und sichtlich gealterten Mortimer auf, der gebrochen zu sein scheint. Er erzählt ihm alle Nachforschungen von sich und Goldsmith und auch, dass Nightingale gerade gerettet wurde. Jonathan erinnert sich daran, dass der Comte von einem Gespräch mit einem Freund sprach, der nicht mehr dichten konnte, der sich phantasielos und ausgebrannt fühlte. Jonathan deutet im Gespräch an, dass Mortimer der Mörder ist - in seiner Einsamkeit und Verzweiflung, die in einer Phantasielosgkeit mündete, beging er literarisch inszenierte Morde, wenn er schon nicht mehr dichten konnte. Jonathan begreift, dass Mortimer zu den Taten getrieben wurde wie ein Süchtiger. Dazu wollte er die Arbeiten der Toten als seine eigenen veröffentlichen. Mortimer bricht zusammen und fleht Jonathan an, ihn zu töten, was dieser ablehnt. Jonathan lässt danach Henry zu Mortimer und verlässt das Zimmer. Die anderen erfahren, was geschehen ist. Tags darauf kommt der Bote und wird benachrichtigt über die Zugbrücke. Alice Stalliot verlässt ihr Zimmer nicht, der Vikar dagegen ist erfreut zu hören, was sich zwischen Jonathan und Nightingale entwickelt hat. Tags darauf verlassen alle das Schloss. Jonathan sieht Mortiumer nur noch am Fenster stehen, eine verlorene weiße Gestalt. Sie fahren alle nach Edinburgh, wo Jonathan und Nightingale einen kleinen Urlaub verbringen. Der Epilog spielt 20 jahre später:  Jonathan und Nightingale sind immer noch glücklich verheiratet. Sie haben zwei Söhne, Samuel und Eliah, die sie nach Samuel E. Goldsmith benannt haben. Jonathan liest die Zeitungsnachricht, dass Mortimer Pope verstorben ist. Er wurde von der Polizei nie als Mörder entlarvt. Alice hat sich kurz nach der Abreise aus dem Schloss damals das Leben genommen. Der Vikar starb vor ein paar Jahren, nachdem er noch einige Werke veröffentlichte. Goldsmith blieb ein enger Freund des Paares, inzwischen lebt er wieder in Amerika und sie schreiben sich. Jonathans Bericht endet damit, dass er sagt, er denke manchmal an die letzte Begegnung mit Mortimer zurück und frage sich, ob er damals richtig gehandelt habe.

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