"Von Germanien bis Deutschland" ist ein Gedichtband, in dem sich der Autor mit Ereignissen und Personen in der Antike und Spätantike sowie kritisch mit dem Gesellschaftssystem in der damaligen DDR auseinandersetzt.
Darüber hinaus streift der Autor aber auch andere Genre mit seinen Balladen, Parabeln oder auch Gedichten zum Thema Traum.
Eine Auswahl aus dem Gedichtband:
Historische Xenien
Germanien, eine spannende Reise
(über die Geschichte der Völkerwanderung bis Karl den Großen)
Einhundertzwanzig vor unserer Zeit:
Hier beginnt meine Reise.
Buchenwälder weit und breit,
Kälte umarmt mich leise.
Dumpfes Dröhnen dringt ans Ohr,
gräulich rufen die Barbaren:
Nehmt unser Opfer, großer Thor,
Deine Treue soll es bewahren.
Da steht ein stolzer, fremder Krieger,
die Schlinge zieht sich langsam zu.
Sein Stamm war nicht der Sieger,
im Moor fand er die letzte Ruh’.
...
Details über die Schlacht im Teutoburger Wald erfährt der Leser in den folgenden Gedichten:
Arminius
Römer erzählen aus jenen Tagen,
wie sich’s vielleicht hat zugetragen.
Gaius Julius Cäsar: Ich will mahnen,
unterschätzt nicht die Germanen.
Niedrig sind sie in Kultur,
kriegerisch ihr Handeln nur.
Rechts vom Rhein gibt’s Moor und Wald,
Römische Legionen, hier macht Halt!
...
In "Theoderich" nimmt der Leser an dem Dialog zwischen Hildebrand und Theoderich den Großen an dessen Sterbebett am 30. August 526 teil.
Theoderich
Hildebrand war sein Begleiter,
Schutzpatron und Wegbereiter.
Vier Dekaden ist es her,
wir zogen mit dem Gotenheer,
vom Norden nach Italien rein,
Odoaker schloss ich ein.
Er wehrte sich der Übermacht,
besiegt, hatt' ich ihn umgebracht
und alle, die sich fühlten sein.
Hinterhältig plante er,
zu morden Dich mit seinem Speer,
um dann an Deiner Statt,
was uns sein Sohn bewiesen hat,
der König sein in diesem Land,
entgegnet ihm nun Hildebrand,
weil sein König scheint so matt.
...
In die Zeit der deutschen Teilung führt das Gedicht "Die Mauer", in dem der Autor fragt: Waren alle Deutschen denn am Ziel, als die Berliner Mauer fiel?
Die Mauer
Diesseits war die Mauer
geschützt von Grenzsoldaten.
Es ward geschossen aus der Lauer,
was vor das Korn geraten.
Gezielt ward nicht auf Hasen,
oder Rehe, die da grasen.
Nein. Traf ein Schuss ins Ziel,
war es ein Mensch, der fiel.
...
Zum Abschluß der Buchvorstellung noch eine kleine Auswahl des vielfältigen lyrischen Schaffens:
Balladen
Der Schwur
Sag, Dein Halt ist so gebückt,
der Schreck weicht Deine Glieder.
Sag, was bist Du so bedrückt,
gesenkt Dein Haupt, so auch die Lider.
...
Lieder
Neujahrswanderung
...
Dichter Schneefall kommt hernieder,
es blinzeln unsere Augenlider,
die weißen Flocken, groß und kalt,
machen auch vor uns nicht halt.
...
Gedichte
Deine Freiheit
Freiheit ist ein hohes Gut,
wer sie hat, braucht keinen Mut,
laut schreit es nur an jedem Ort,
nimmt man ein Stückchen davon fort.
...
Klage aus dem Jenseits
Einst ein Prediger, noch von Fleisch und Blut,
entfachte ich bei den Armen eine schlummernde Glut.
Meine Reden öffneten den Verstand,
entfesselten einen Flächenbrand.
Ich predigte gegen Hass und Diktat,
gewann die Herzen, das schürte Verrat.
Verrat in den eigenen Reihen,
ach, hätte ich können mein Herz verleihen.
...
Traum
Grenzenlos sind Zeit und Raum
für einen Menschen nur im Traum.
Ein Traum gibt meinem Leben,
was ich mir kann nicht geben.
Denn manches, was er nachts mir leiht,
ist nicht des Menschen Fähigkeit.
...
Geständnis
Wenn sie dunkel wird,
die Welt,
und sich der Mensch verirrt,
wenn sich erhellt
noch, Wald und Flur,
vom Monde nur.
Dann freu ich mich mit Ungeduld,
zu lieben Dich,
ganz frei von Schuld,
und so den Tag beenden,
mit einer Nacht in Deinen Händen.
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